Catherine Biocca – Judge Judy Judas. Eingeladen von Carla Donauer

Der „PiK – Projektraum im KunstWerk Köln e.V.“ freut sich, Catherine Bioccas Solopräsentation mit einer neuen installativen und raumgreifenden Arbeit zeigen zu dürfen.

Der Ausstellungsraum in einer alten Industriehalle wird zum Austragungsort eines Streitgesprächs zweier Charaktere. Die „Judge Judy Judas“ betitelte Ausstellung nimmt zum einen Bezug auf die Dialoge zwischen Jesus und Judas Iskariot im Neuen Testament und zum anderen auf eine populäre Reality Show des amerikanischen Fernsehens, die seit den frühen 1990er Jahren ausgestrahlt wird. Diese ist in einem Familiengericht angesiedelt, in welchem die Richterin „Judge Judy“ in diversen Verfahren versucht, zu schlichten und Gerechtigkeit durchzusetzen. Hier steht das Motiv Gerechtigkeit Pate für die Absurdität bei der Kommerzialisierung von Moral im Unterhaltungsmedium Fernsehen wie auch dem Genre „Justiz und Gerechtigkeit“.

Catherine Biocca kreiert eine Bühne für ein Stück, welches sich um Formen der Kommunikation als Transmitter dreht: zum Beispiel Missverständnissen, narrativen Brüchen und einer allgemeinen Banalisierung von Sprache. Aufhänger hierfür ist ein Streitgespräch zwischen zwei Comic-Charakteren, welche sich über zwei abgewandt voneinander installierte Monitore Argumente und Worthülsen entgegen brüllen. Die Monitore sind derart installiert, als wären diese nach einem Wandbruch auf die freigewordene Backsteinfläche gesplattert worden und würden dort hindurch schauen. Biocca nutzt das Format Fernsehen, um ähnlich einer TV-Serie oder Unterhaltungsshow gesellschaftlich fragwürdigen Motiven auf den Grund zu gehen. Sie blickt auf die Faszination und die Funktionsmuster von „Trash“ wie auch auf die normative und gesellschaftlich problematische Konstruktion von Entfremdung. Wann wird die Generierung von Wahrheit zur Show und wann erweisen sich objektive Maßstäbe zur Bewertung von richtig und falsch als trügerisch? In einer Zeit, in der Populismus und politische Show zum gängigen Modell zu werden scheinen, sind dies hochrelevante Zweifel.

Der Besucher wird zum Ansprechpartner der beiden Charaktere, die sich auf Augenhöhe mit ihm befinden und durch das Format Fernsehen gleichzeitig zu Beobachtern und Zuschauern werden. Hier finden sich Anleihen zum Comic, der zeitgenössischen Märchenerzählung, welche seriöse Themen in lustig-unschuldige Kostüme verpackt. Die narrative Szene wird eingebettet in eine durch Stock Images kreierte Collage, die auf den Raum und seine Umgebung zugeschnitten ist. Besucher sowie die filmische Persona bewegen sich im gleichen Raum, so dass ein Innen und Außen überblendet wird. Biocca vermischt diese Ebenen und erstellt so eine opake Parallelität: Der Plot wird zum Gegenstand von fiktiver Realität, die Realität zum Austragungsort eines Spiels.

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PiK – Projektraum im KunstWerk Köln e.V.
Catherine Biocca
Judge Judy Judas
Eingeladen von Carla Donauer
26.04. – 20.05.2017
Deutz-Mülheimer Straße 127
51063 Köln

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