Ein Bucket Flowers – Dennis Buck

Ein Bucket Flowers

Dennis Buck

Zwei Sieben @ Luis Leu, Karlsruhe

 

Fett hervorstehende Buchstaben, mit Silikon auf Buchbindeleinen aufgetragen, kündigen auf Poster Proposal I – III, die Ausstellung an. Nüchtern nennen sie Eckdaten. In direktem Bezug zu ihrer eigenen Zeitlichkeit stellen diese Bilder eine Einheit dar. Dabei bewegen sich die Buchstaben auch frei auf den monochromen Leinwänden: In fortlaufendem Duktus übergehen sie Zeilenabschnitte und kreisen um sich selbst, folgen einem Eigenleben und sind streng gruppiert. Die Buchstaben sind Motiv der Malerei. Mit entfremdetem malerischen Gestus stehen aus dem Bild heraus spitz ihre Nasen hervor. In Gelb und dunklem Blau werden sie eins mit dem Hintergrund.

Die Funktion der Buchstaben hebt sich auch in anderen Arbeiten auf. Aus Künstlerbüchern herausgerissene Seiten kleben auf der schwarzen Leinwand (Book Painting III). Bs reihen sich darauf aneinander. Ds folgen auf der nächsten Seite, darunter. Die Initialen Dennis Bucks sind ein wiederkehrendes Motiv in seinen Arbeiten, die ebenso Skulptur und Installation umfassen. Die ewige Signatur des Künstlers wird oft zum zentralen Motiv seiner Kunst. Die abstrakt bleibenden Leinwände rücken dabei ebenso in den Blick wie das Künstlersubjekt.

Umkreist Dennis Buck mit dicken Silikonzügen in der Farbe eingeschlossene Staubkörner oder Haare, rückt der Fokus auch auf das Material selbst. Im Diptychon Twins Deep Cover I – II finden sich Signaturen, Makel und Seiten aus Büchern verbunden. Das Medium des Künstlerbuches wird hier ins Zentrum des Bildes gerückt, die Seiten werden Teil der Malerei, wie auch die Buchstaben auf ihnen. Oft als Beiwerk gesehen bildet das Künstlerbuch hier den Anlass und die Grundlage – erneut als Buchbindeleinen – der Malerei.

Im Diptychon wird das eigene Werk und der Künstler selbstreferentiell zum Thema. Auch in Glass Sculpture verweist wiederum eine Buchseite auf vorhergehende Auseinandersetzung mit Skulptur und Keramik. Die Seite überlagert die Binnenstruktur aus Rechtecken, macht die Frage der Verhältnismäßigkeiten deutlich. Sind die Bücher oft Unikate, wie auch die Silikonzeichnung hier, ist Wiederholung und Selbstkopie doch essentiell Teil des Werks und der ausgestellten Malereien. Mit Glas auf die Leinwand gedruckt kehrt das comichafte Gesicht in Kopie zu seinen gemalten Varianten zurück. Das Gesicht als wiederkehrende Signatur; Platzhalter für den Künstler; DENNISBUCK2014201520162017. Fast in Lebensgröße.

Die Auseinandersetzung mit Malereien auf Glas entwickelte sich in den letzten Monaten. Die durchsichtige Leinwand voriger Werke ermöglicht Selbstbefragung und Auseinandersetzung mit der Malerei im Raum. In Glass Sculpture findet diese in zweiter Instanz statt. Die sich überlagernden Farbfelder bilden eine abstrakte Räumlichkeit in der die Medien schweben. Die materialistische Neugier findet Platz in den Malereien in Zwei Sieben.

Zur Eröffnung Ein Bucket Flowers.

– Julia Heldt

Fotografie Lukas Giesler