Max Schaffer – The Tourists

Max Schaffer
The Tourists
22 November 2014 – 7 februar 2015

“Hi, do you know what day is today?” “Friday” “Yes, Friday, that’s my name. Today is my name” Er strahlte über das ganze Gesicht. “Can I take your picture?” Ich lachte und fand es lustig, dass er mich fotografieren wollte. Als er mir das Foto zeigte, konnte ich nicht wirklich was sehen, das Handy war klein und alt und die Sonne stand tief. “You like it?” “Yes, I like it.” Ich wollte höflich sein, und dachte es wird schon ein gutes Foto sein. Friday lachte nun laut. “Look, look. there’s no picture. My phone has no cam- era!” Dort, wo ich noch vor wenigen Sekunden gedacht hatte die Umrisse meines Gesichts zu erkennen, war nichts anderes als die Grafik eines Strichmännchens zu sehen. Und dann, dann lachten wir beide.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung The Tourists bilden flüchtige Skizzen Max Schaffers, die als Vorlagen für potentielle Malereien entstehen. Die gescannten, digitalen Versionen dieser Entwürfe werden an verschiedene Anbieter für Fotoleinwand-Drucke im Internet versendet und den algorithmischen Launen der jeweiligen Programme überlassen. Die manuellen Zeichnungen werden vernichtet. Per Paketdienst gelangen die Leinwände als Unikate in den Ausstellungsraum.
Ihnen werden Probe-Matratzenschnitte gegenübergestellt, die als Displays für Polaroid-Testbilder fungieren. Die Fotografien stammen aus einem vom Künstler erworbenen Nachlass eines Fotostudios und wurden für diverse Museumssammlungen und Auktionshäuser aufgenommen. Sie zeigen – nicht unähnlich den von Eingabemasken beschnittenen Fotoleinwänden – Ausschnitte und Ansichten verschiedener Kunstwerke in unterschiedlichen Schärfen und Tonwerten und dokumentieren das technische Herantasten des Fotografen an das jeweilige abzulichtende Objekt.
Max Schaffers künstlerische Praxis konzentriert sich vorwiegend auf Fragen, die um die Themen der Aneignung und Übersetzung kreisen. Die häufig aus ortspezifischen Interventionen, Objekten, Zeichnungen und Textarbeiten bestehenden Ausstellungssituationen generieren dabei vielschichtige Verweissysteme zwischen der präsentierten Arbeit, den Bedingungen ihrer Produktion und den spezifischen Eigenschaften des Ausstellungsortes. Die Reflexion gesellschaftlicher Konventionen sowie kulturhistorischer Zusammenhänge ist integraler Bestandteil der künstlerischen Artikulation eines Vokabulars, welches sich der Befragung bildtheoretischer, sozialer und ökonomischer Bezugs- systeme verschreibt.
Die Galerie Aanant & Zoo freut sich Max Schaffer (*1985 in Santiago de Chile) als neuen Künstler im Galerieprogramm zu begrüßen.

Pressetext Aanant & Zoo

Max Schaffer The Tourists

Installation View: The Tourists, 2014

 

Max Schaffer The Tourists

Installation View: The Tourists, 2014

 

Bildschirmfoto 2014-12-12 um 17.41.16

Installation View: The Tourists, 2014

 

Bildschirmfoto 2014-12-12 um 17.44.30

Installation View: The Tourists, 2014

 

Bildschirmfoto 2014-12-12 um 08.07.05

Installation View: The Tourists, following, 2014

Max Schaffer The Tourists Max Schaffer The Tourists

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 08.21.02

Tourist, 2014, 80 x 80 cm, digital pigment print on canvas (highly pigmented UV varnish)

 

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 08.21.13

Tourist, 2014, 120 x 120 cm, digital pigment print on canvas (highly pigmented UV varnish)

 

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 08.21.29

Tourist, 2014, 60 x 60 cm, digital pigment print on canvas (highly pigmented UV varnish)

 

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 08.21.42

Tourist, 2014, digital pigment print on canvas (highly pigmented UV varnish)

 

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 08.22.02

Tourist, 2014, 100 x 100 cm, digital pigment print on canvas (highly pigmented UV varnish)

 

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 08.22.20

Follower, Polaroid in mattress sample, 52 x 42.5 x 18 cm

Installation views:  Jan Brockhaus
Courtesy: Max Schaffer und Aanant & Zoo

http://www.aanantzoo.com