Philipp Dorl – SLIT BACKDROP

Bilder beruhen ihrer eigenen Natur nach auf einem doppelten Zeigen, nämlich etwas zu zeigen und sich zu zeigen.

Gottfried Boehm

Der Versuch, dem ‚fotografischen Moment‘ auf die Spur zu kommen, kann einen wahnsinnig machen. Mit Worten sind die Denkbewegungen, die schleifenhaft versuchen Wirklichkeit und Illusion, Authentizität und Theatralik, Eindimensionalität und Räumlichkeit miteinander zu verbinden, kaum zu fassen. Die Latenz fotografischer Bilder, ihre Uneindeutigkeit und ihre ‚ikonische Logik‘ sind für Philipp Dorl zum Ausgangspunkt seiner Arbeit geworden. „Mich interessieren die Transformationsprozesse in der Fotografie, wenn aus Realität Abbild wird und das Abbild sich als Bild wieder materialisiert.“

In seinen surreal anmutenden Fotografien tauchen fotografische Apparate, tastende Hände, ein Schwan und ein Handschuh so selbstverständlich nebeneinander auf wie in einer Traumsequenz, in der das eine jederzeit die Rolle des anderen annehmen kann. In der sich alles ständig vertauscht und zu flirren scheint.

Philipp Dorl arbeitet nicht an geschlossenen Werkgruppen, sondern entwickelt lose miteinander verbundene Bildserien. Seine Fotografien und Installationen gehen – ganz im Sinne von Boehm – über den Bildgegenstand hinaus, und zeigen sich als Objekte in denen Material und Inhalt gleichwertig gedacht wird. Teils druckt er seine Bilder auf hochwertige Papiersorten, teils per Laserdrucker auf einfaches Recyclingpapier. Mal bedient er sich klassischer fotografischer Prozesse, mal skulpturalen Bildträgern oder Videoprojektionen. Seine äußerst minimalistischen Präsentationen geben jedem Werk genug Raum, in dem es seine spezifische Wirkung entfalten kann.

Philipp Dorl (*1978) studierte Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld und mit einem DAAD Stipendium am Royal College of Art, London. Er lebt und arbeitet in London.
Seine Arbeiten wurden bereits international in Großbritannien, der Schweiz, den USA, in Spanien und den Niederlanden gezeigt. Seine Abschlussarbeit „…nach Maß, Zahl und Gewicht“ zeigte er auf der Plat(t)form 2010 im Fotomuseum Winterthur und als Teil der Ausstellung „gute aussichten 09/10“. Im Jahr 2011 hatte er ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Lukas und erhielt ein DAAD Stipendium für ein Masterstudium am Royal College of Art in London, welches er im Jahr 2013 abschloss. Zurzeit arbeitet er an installativen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fotografie und Objekt, sowie an einem Kunst-am-Bau Projekt für einen Neubau der Rothschild Familie in Aylesbury.

Pressemitteilung Galerie Pavlov’s Dog

Ausstellungsdauer: 25.07. – 23.08.2014 Vernissage: 24.07. 19-21h

Öffnungszeiten: Do-Sa 16-20h

Finger on lens

© Philipp Dorl, Finger on lens, 2012

 

Girl with hand in camera

© Philipp Dorl, Girl with hand in camera, 2011

 

Lens in hands

© Philipp Dorl, Lens in hands, 2012

 

Mitten

© Philipp Dorl, Mitten, 2012

 

backdrop  001

© Philipp Dorl, Slit backdrop (No. one), 2013

 

backdrop Schere 001

© Philipp Dorl, Slit backdrop (No. two), 2013

 

Swan

© Philipp Dorl, Swan with its head beneath the surface, 2011

 

#2 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP pavlovs

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht

 

#1 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP-pavlovs dog

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht

 

#5 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP pavlovs

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht

 

#3 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP pavlovs

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht

 

#4 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP pavlovs

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht

 

#8 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP pavlovs

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht

 

#12 Philipp Dorl-SLIT BACKDROP pavlovs

© Philipp Dorl, Ausstellungsansicht