SWISS ART AWARDS 2015

Am Montag ist es soweit. Die Schweizer Kunstpreise und der Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim sowie die Schweizer Designpreise und der Schweizer Grand Prix Design werden vergeben. Gleichzeitig eröffnet die Ausstellung SWISS ART AWARDS 2015 von 19.00 bis 22.00 Uhr in der Halle 4 des Messezentrums Basel.

Am Kunstwettbewerb können Schweizer Kunstschaffende, Architektinnen und Architekten sowie Vermittlerinnen und Vermittler in Kunst und Architektur teilnehmen. Der Wettbewerb ist in zwei Runden gegliedert. Im ersten Durchgang reichen die Teilnehmenden ein Dossier ein. Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber werden zu einer zweiten Runde eingeladen, wo sie im Rahmen der öffentlichen Ausstellung SWISS ART AWARDS der Schweizer Kunstpreise ihre Arbeit vorstellen. An diesem Event bestimmt die Kommission die Preisträgerinnen und Preisträger.

Wir haben den Aufbau begleitet und erste Eindrücke von der Vielfältigkeit der zeitgenössischen Kunstszene in der Schweiz gewinnen können. Eine Mischung aus sowohl jüngeren als auch etablierten Künstlern und Künstlerinnen umgeben von Sound, Video, Performance, Fotografie, Installation, Malerei, Skulptur, Text und Konzept. Hochkonzentriertes Arbeiten, Austausch, Aufregung, Vorfreude. Ein großes Ereignis für die Nominierten. Gleichzeitig haben wir mit Gioia Dal Molin, die die diesjährigen Führungen auf der Ausstellung begleitet, über Schweizer Kulturpolitik gesprochen und sie zu Selbstinszenierung der Künstler und Künstlerinnen im Wettbewerb und zu der damit verbundenen Auswirkung auf das künstlerische Schaffen befragt. Inwieweit beeinflusst das Format eines Wettbewerbs künstlerische Vielfalt? Das Interview erscheint morgen auf unserer Seite.

Ein kurzer Blick auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Bereich Kunst. Eine Auswahl. Erste Impressionen.

 

Gilles Aubry ist ein Schweizer Klangkünstler und Musiker. Seine Arbeiten sind ein Potpourri aus Aufnahmen von verschiedenen Orten, Audio-Archiven und Interviews, mit denen er Performances, Klanginstallationen, CD-Aufnahmen oder Radio-Stücke schafft.

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Gilles Aubry, Notes via a soundscape of Bollywood

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Gilles Aubry, Installationsansicht Swiss Art Awards, Foto: Guadalupe Ruiz

 

Vanessa Safavi (1980) arbeitet mit unterschiedlichsten Materialien. Sie setzt sich mit kulturellen Konzepten und Epochen sowie Zeichen auseinander. Stets inspiriert von Reisen und ethnologischen Recherchen, kreiert sie für die Ausstellung eine „Mini-Solo-Show“ mit Arbeiten aus den letzten 5 Jahren bis heute. (http://www.vanessasafavi.net)

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Vanessa Safavi, Foto: Nici Jost

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Vanessa Safavi, Foto: Nici Jost

 

Yves Scherer (1987)
Seine raumgreifenden Installationen sind komplex. Es kommt zu einer Vermischung aus analogen und digitalen Bildern und digitaler Bildhauerei. Innen und Außen gehen ineinander über. Privates wird öffentlich und andersherum. Falsches und Echtes nebeneinander. (http://www.yvesscherer.com)

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Yves Scherer bei der Installation seiner Arbeit für die Swiss Art Awards, Foto: Nici Jost.

 

Mark Boulos (1975) arbeitet mit den Medien Video und Fotografie und realisiert komplexe und aufwendige Videokunstinstallationen. In seinen Arbeiten geht es um Militanz und Ekstase, Revolutionen und Terroristen, Wunder und Heilige. Die Charaktere in seinen Filmen setzen sich mit den ihnen auferlegten Strukturen wie Sprache, Vernunft, Geschlecht, Gott, Kapital und Staat auseinander. Das Agieren der Protagonisten entwickelt sich zu einer Performance. Dokumentation geht in Fiktion über und umgekehrt.

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Mark Boulos, Foto: Nici Jost

 

Chloé Delarue (1982)
http://chloedelarue.tumblr.com

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Chloé Delarue konzentriert beim Aufbau ihrer Installation für die Swiss Art Awards, Fotos: Nici Jost

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Chloé Delarue konzentriert beim Aufbau ihrer Installation für die Swiss Art Awards, Fotos: Nici Jost

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Chloé Delarue konzentriert beim Aufbau ihrer Installation für die Swiss Art Awards, Fotos: Nici Jost

 

Christopher Füllemann (1983)
Nach seinem Abschluss an der University of Art and Design (ECAL) 2008 in Malerei und Videokunst konzentrierte sich der Künstler auf das Medium Skulptur. 2012 schloss er am San Francisco Art Institute (SFAI) mit dem SFAI Outstanding Award in Sculpture ab.
Seine bunten Skulpturen, die oft in raumübergreifenden Installationen ihren Höhepunkt finden, bestehen aus diversen Materialien. Er arbeitet raum, ort- und zeitbezogen. Seine Skulpturen stehen in enger Verbindung zum jeweiligen Ausstellungsort, interagieren mit dem Publikum und miteinander. Kommunikation, Bewegung und Autonomie.

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Christopher Füllemann, Foto: Nici Jost

 

Jessica Pooch (1982) setzt sich in ihren Arbeiten mit der Interaktion zwischen Betrachter und Objekten in Räumlichkeiten auseinander. Sie ergründet, was dieses Verhalten über uns aussagt und wie dieses Verhalten dazu führt, Objekte von ihrer eigentlichen Funktion zu befreien und in einen neuen Sinnzusammenhang zu stellen. Die Umwelt durch ein Brillenglas einer Soziologin.

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Jessica Pooch, Foto: Guadalupe Ruiz

 

Mélodie Mousset (1981)
Der eigene Körper als Experimentierfeld. Die Künstlerin nimmt uns in ihren Arbeiten auf eine komplexe und spannende Reise auf der Suche nach der Befreiung ihres Körpers mit. Eine Untersuchung über Macht, Technologien und die Rolle der Physis in politischen und wissenschaftlichen Konflikten und des Fortschritts.

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Mélodie Mousset, Foto: Guadalupe Ruiz

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„Die gebürtige Budapesterin Julia Geröcs beschäftigt sich in ihren Performances mit verborgenen und tabuisierten Emotionen des Menschen. Ausgangspunkt der Performances sind selbst verfasste Kurzgeschichten, in denen sich ein emotionaler und ethischer Konflikt in einer überspitzten, grotesken Form offenbart. Die Erzählungen, von Julia selbst vorgetragen, werden begleitet von einer Choreographie, die sich aus der Interaktion mit ausgewählten Requisiten zusammensetzt.“

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Fotoaufnahme der Performance «Kakologie», Performancepreis Schweiz 2014, Le Commun, Bâtiment d’Art Contemporain, Genf, 2014, Foto: Eliane Rutishauser

 

Tobias Kaspar (1984)

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Tobias Kaspar, THE STREET (Chinatown), Foto: Guadalupe Ruiz.

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Die Videokünstlerin Lena Maria Thüring (1981) setzt sich in ihren Arbeiten mit soziokulturellen und anthropologischen Themen auseinander. Sie analysiert gesellschaftliche Systeme und deren Konstruktion durch Zuweisung eines bestimmten Ortes, sowie die Verbindung von Erinnerung, Geschichte und Raum. Die Geschichten haben einen hohen dokumentarischen Wert unter Berücksichtigung einer präzisen psychologischen Haltung mit großer Empathie den Erzählern und Erzählerinnen gegenüber.

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Tobias Madison (1985) spielt mit der Kategorisierung von Kunstsystemen. Als Kurator, Auftraggeber und Künstler erweitert er den isolierten künstlerischen Schaffensprozess. Mit den Medien Skulptur, Video, Projektion, digitale Malerei, Audiodateien, Texte, Fotografien oder Scans stellt er räumliche Strukturen von herkömmlichen Ausstellungsräumen auf den Kopf.

Jérémie Gindre (1978 )
Installateur, Schriftsteller, Erzähler. Die Arbeiten des Künstlers changieren zwischen Malerei, Fotografie, Zeichnung, Objekten und Sprache. Er spielt mit der Wirklichkeit und der Wahrnehmung. (http://www.jeremiegindre.ch)

Hinter UBERMORGEN.COM verbirgt sich ein Künstlerduo das von lizvlx (1985) und Hans Bernhard (1979) 1995 gegründet wurde. Konzeptkunst, Installationen, Software Art, Pixel Painting, Legal Art und Media Hacking sind ihr Markenzeichen.

 

Weitere Impressionen vom Aufbau der Swiss Art Awards und des Kiefer Hablitzel Preises, der in der gleichen Halle präsentiert wird (Alle Fotos: Nici Jost)

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