Charlotte Dualé

Charlotte Duale (1982)

Lebt und arbeitet in Berlin und Paris

2009-2013         Kunsthochschule Berlin Weissensee, Diplom Freie Kunst
2001-2006         Master in Visual Kommunication ESAG Penninghen Paris / Klasse Michel Bouvet

Ausstellungen u.a.

2014

Tableau de chasse, Braennen, Berlin

2013

Start Point Prize 2013, DOX, Center for contemporary Art, Prag
We have decided yesterdates…, Stadtbad Wedding, Berlin
Magie des Abdrucks, Fotohof, Salzburg, Österreich

2012

Insoutenable légereté, Espace Le Chatelain, Brüssel
Galeria Mpik, Gliwice, Polen

2011

Trough the looking glass, Bar Babette, Berlin
FotoAusstellung, Kunsthalle Hamburger Platz, Berlin
Tschüss mein Schatz, Monbijou Ausstellungsraum, Berlin

2010

Art Barter, HBC Berlin
Art Barter, Maurice Einhardt Neu Gallery, London

Stipendium

2014    Goldrausch Kuenstlerinnen art IT, Berlin
2013    Start Pointe Prize 2013, Honorary Prize

Amorphe Variationen

Die Künstlerin fertigt lange Rohre aus Keramik und Porzellan. In den letzten zwei Jahren, die Charlotte Dualé als intuitive Phase bezeichnet, hat sie sich ausschließlich mit dieser Form auseinander gesetzt und dabei ihr ganz eigenes Vokabular entwickelt. Die Wiederholung ist ein wichtiger Aspekt in ihrer Arbeit. Die langwierige und intensive Auseinandersetzung mit nur einer Form erlaubt ihr die Entwicklung, Veränderungen und Materialität genauestens zu beobachten und zu vergleichen. Der Schaffensprozess geschieht oft rein intuitiv. Losgelöst von vorgegebenen Strukturen und Verhaltensmustern modelliert sie ihre Arbeiten. Sie lässt sich ganz und gar auf das Material ein. Jede Falte, Deformation, Konkave, Konvexe und Kombination spielt eine Rolle. Es geht ihr um kleine Nuancen. Sie interessiert sich für das Ergebnis. Der Prozess ist immer der Gleiche, aber das Resultat immer ein Anderes. Die Bedeutung kommt mit der Form selbst. Charlotte Dualé spricht im Zuge ihrer Arbeiten über einen autobiografischen Prozess. Es ist ihre ganz eigene Art, Erlebtes zu filtern und zu verarbeiten.

Nicht selten inszeniert die Künstlerin ihre Keramik- und Porzellanrohre in aufwendigen Installationen hängend an Seilen, liegend auf dem Grund, stehend auf Holzstäben oder in Kombination mit anderen Gegenständen aus dem Alltag. Auch in der Ausstellung Tableau de chasse 2014, BREANNEN, Berlin setzt sie ihre Formen auf eine besondere Art und Weise in Szene. Wie auf einem Fließband oder einer Bühne reihen sich organische, amorphe, erschöpfte, kaputte und zerrissene Formen aneinander. Charlotte Dualé changiert zwischen der Idee von einer geordneten und regelmäßigen Produktion und dem, was in einer unbekümmerten Art und Weise auf dem Tisch dargestellt ist – fragile, unfertige und organische Stücke. Sie setzt die einzelnen Formen mit Unfällen und Fehlern gleich und möchte eine Akzeptanz des Scheiterns erreichen.

Während des Schaffensprozesses ist die Künstlerin befreit von Vorbildern und Einflüssen von Außen. Das Gesamtwerk ist wiederum stark von philosophischen und physikalischen Thesen sowie Fragestellungen beeinflusst. Sie setzt sich im Zuge ihrer Arbeit unter anderem mit Michel Foucaults Begriff „Biopolitique“ auseinander. Und beschäftigt sich mit der These wie der Körper von Macht und Gesellschaft geprägt wird und welche Spuren dabei hinterlassen werden. Das Buch „Corpus“ von dem französischen Philosophen Jean Luc Nancy hat sie ebenso begeistert wie Schriften anderer Denker und Denkerinnen.

Charlotte Dualé ist der Auftakt zur Reihe KubaParis Künstler. Wir präsentieren hier in einem Sechs- bis Achtwochenrhythmus junge Positionen.