Karl Karner – AFFUS

Pictures by Armin Plankensteiner

Die Ausstellung „AFFUS“ von Karl Karner zeigt einen Überblick über mehrere Schaffensperioden des Künstlers – von Installationen bis hin zu wild wuchernden Gebilden aus Bronze sowie Aluminium.
Die Arbeiten von Karl Karner bewegen sich an der Schnittstelle zwischen skulpturaler Objektivität und einer Neuordnung einer sozial definierten Plastik.
Bei Karners Installationen und Environments werden die beteiligten AkteurInnen oftmals zu StatistInnen, um die Ironie der künstlerischen Arbeit durch ihre eigene Beteiligung zu schärfen. 

Der Wiederholungseffekt der Motive verweist auf die Serialität industriell angefertigter Objekte, die im Falle von Karner jedoch stets als handgefertigte Kunstgussteile in den künstlerischen Prozess eingefügt werden. Als bevorzugt verwendete Motive dienen Karner Schnabelwesen, Hunde oder Hasen, die oftmals mit Gold oder Bronzefarbe versehen werden und in ihrer seriellen Anordnung sowohl an Elemente der Pop Art oder auch der Concept Art (etwa Bruce Naumans Tierzyklen wie Untitled. Two Wolves, Two Deer von 1989 oder Fox Wheel von 1990) erinnern, jedoch durch die Einbindung von Personen in ihrer Statik aufgehoben werden. Die leblos erscheinenden Fabeltierwesen werden durch die ProtagonistInnen scheinbar zum Leben erweckt, wodurch sich etwa Referenzen zu Beuys Arbeit herstellen lassen. Schläuche für Flüssigkeitsab- und -zufuhr erzeugen in Karners Figuren ein scheinbar metabolisches System, das jedoch nur durch die Partizipation der BetrachterInnen bzw. UserInnen in Gang gesetzt werden kann. Der Begriff UserInnen eignet sich in der Verortung von Karners Arbeiten insofern, als dass der Künstler Live-Situationen generiert, die die Virtualität von Computerspielen in einer analogen Situation rückdeutet. Environments und deren interaktives Potential generieren unterschiedliche Arten des Displays, das sich wie ein Arrangement aus Theaterrequisiten zusammensetzt und durch performative Gesten ergänzt wird.

Walter Seidl

www.kandlhofer.com