Submission
Sarah Rosengarten stellt vor: Peter Wolff #02

by Maurin Dietrich


Bildschirmfoto 2015-08-04 um 07.45.20
© Sarah Rosengarten

Diese Fotografie ist von Peter Wolff. Seine Arbeiten habe ich früher auf seinem Blog verfolgt. Ich hab ihn lange von ferne beobachtet, man könnte fast sagen, ich habe ihn gestalkt. Seine Fotografien haben mich fasziniert, weil er Motive verwendete, um die ich selbst damals gekreist bin und die mich beschäftigt haben; Atmosphären, die ich sehr gut nachvollziehen konnte, ohne dass ich ihn selbst kannte. Peter Wolffs Bilder faszinierten mich, da er Situationen aus Gründen aufnimmt, die ich mir auch selbst ausgesucht hätte.
Ich wollte ihn kennen lernen. Gleichzeitig hatte ich auch Respekt vor ihm, weil er mir viel weiter in seiner Praxis vorkam, viel überlegter als ich. Kurze Zeit später gab es die Einladung zu einer Gruppenausstellung – das kuratorische Konzept bestand darin, Künstler einzuladen, die jeweils die Arbeit eines anderen Künstlers auswählen sollten.
Damals habe ich sofort an Peter Wolff gedacht. Ich hab ihm auf seinem Tumblr geschrieben. Ich wollte auf der Ebene bleiben, auf der ich ihm schon lange folgte. Wahrscheinlich schrieb ich etwas total Plattes am Anfang wie „Hi, ich find dich toll“ oder so.
Er hat mitgemacht, konnte aber nicht persönlich zur Eröffnung kommen. Irgendwann später kam er nach Berlin. Wir waren beide richtig nervös, als ich ihn am Bahnsteig an der Friedrichstraße abgeholt habe. Die ganze Nacht haben wir geredet und ich dachte am Ende, wie real das ist, was man von einem anderen Menschen durch die Fotografie spüren kann. Das war vor 3 Jahren.
Irgendwann habe ich ihn gefragt, warum habe ich eigentlich kein Bild von ihm bei mir habe. Er hat gesagt, dass er hat eine Arbeit für mich habe, die gut passen würde.
Drei Versuche haben wir gebraucht, bis die Arbeit schließlich bei mir ankam: Erst war sie in der Post geknickt worden, dann war es zwar das richtige Papier, aber der falsche Print.
Als Peters Fotografie endlich bei mir war, hab ich lange darüber nachgedacht, wo ich sie aufhängen soll. Die Fotografie brauchte einen Platz, an dem man das Gefühl, was vermittelt wird, auch wirklich braucht. An Orten, an denen ich mich sowieso wohl fühle, brauche ich diese starke Nostalgie und die Freiheit, die dieses Bild ausstrahlt, nicht. Deswegen habe ich sie über meine Spüle gehängt. Genau da brauche ich sie.

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