Delia Jürgens

Delia Jürgens (*1986) setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Oberflächen und Objekten auseinander, mit denen wir täglich in Berührung kommen. Dabei befasst sie sich u.a. mit den veränderten Kommunikations- und Wahrnehmungsformen unserer globalisierten Welt, die sich immer mehr ausweiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung von Nutzeroberflächen, der Funktion sozialer Netzwerke und der Ökonomie im World Wide Web.

Die Kombination bildhauerischer und malerischer Techniken führt in Jürgens künstlerischer Arbeit Materialien und Bildträger verschiedener Kulturen und sozialer Milieus zusammen. Digitale und analoge Arbeitstechniken werden dabei verbunden. Diverse semantisch aufgeladene Objets Trouvés oder Massenpodukte wie Kunststoffkissen oder Deko-Perlen und flach gepresste Cases oder Hüllen aus Karton und Styropor werden zusammengefügt. Jürgens durchspielt dabei unterschiedliche Perspektivwechsel gewohnter Sehgewohnheiten sowie sicher geglaubter Symbol- und Rollenmuster.

Mit dem Bild der Hülle bzw. des Cases und der Metapher des Hohlraums oder der Lücke weist sie auf die Existenz einer globalen, weltweiten, digitalen Leere hin, die mit unterschiedlichen, sowohl fluktuierenden als auch strömenden virtuellen Inhalten gefüllt wird und zu unterschiedlichen Transformationen traditioneller Wertigkeiten und sichergeglaubter Lesrichtungen in eine neue Räumliche Realtität führt.

In der Ausstellung Life is an infinite line [several diodes triggering] beschäftigt sich Jürgens mit der Frage nach der Ursprünglichkeit des menschlichen Lebens. Der Bezug zur Diode, welche Strom ungehindert in nur eine Richtung passieren lässt, verknüpft Digitales mit Realem und schafft das Bild einer stetig fortlaufenden Linie, die eine Angleichung des widersprüchlichen, polarisierenden Lebens bewirkt und in einen Raum der Sinnentleerung führt.

Delia Jürgens studierte bis 2014 an der HBK Braunschweig Malerei in der Klasse von Prof. Frances Scholz und Bildhauerei in der Klasse von Prof. Asta Gröting sowie Szenografie an der Hochschule Hannover. 2014 absolvierte sie ihr Diplom an der HBK Braunschweig bei Prof. Frances Scholz. Stipendien und Studienaufenthalte führten sie 2012 nach Mexico City und New York sowie 2013 nach Los Angeles. Zur Zeit hält sie ein Residenzstipendium im Künstlerhaus Meinersen.

 

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Life is an infinite line [several diodes triggering], 2015
400 x 250 x 15cm
gold chain on inkjet-print on transferfilm on sleepingbag (of Chakra III (Double Helix – You can close me, 2015) on inkjet-print on PVC on Styrofoam

Delia Jürgens, Courtesy of the artist, photographer: Nora Lammers