Der Schatten des Körpers des Kutschers

Der von einer Erzählung des Schriftstellers und bildenden Künstlers Peter Weiss gelieheneTitel „Der Schatten des Körpers des Kutschers“ eröffnet einer Ausstellung ein weites Assoziationsfeld, die sich einer Faszination für höchst unterschiedliche Schattenphänomene verschrieben hat. Der doppelte Genitiv des Titels deutet an, dass es hier um grammatikalisch reizvollere künstlerische Gebilde gehen soll als um schlichte Oppositionen – andere als die, bei der etwa Licht und Schatten einander gegenüber gestellt sind. Zumindest im Ästhetischen gesellt sich zu scheinbar klaren Gegensatzpaaren meist ein drittes Element – und als ein solches verbindendes wie trennendes „Drittes“ wird in den künstlerischen Beiträgen dieser Ausstellung Schatten behandelt.

In einer zeitlichen Folge dreier jeweils einen Monat dauernder Entwicklungsstufen präsentiert die Ausstellung der Kunstsaele ein changierendes Arrangement von Werken und Kommentaren, Produktionen und Reproduktionen, Ursachen, Wirkungen und allem dazwischen.

Schatten sind hier nicht nur „Geiseln des Lichts“ (Evgen Bavcar), also visuelle Erscheinungen – sie gehören immer gleichzeitig verschiedenen phänomenalen Welten an. Besonderes Schwergewicht wird auf etwas gelegt, das man „Klangschatten“ nennen könnte, akustische Konfigurationen, bei denen Schatten als Timbre, als Resonanz, als Geräusch zwischen tonalen und lärmartigen Eigenschaften in Erscheinung tritt. Neben malerischen, zeichnerischen und skulpturalen Arbeiten treten auf weiteren Ebenen der Ausstellung Werke und Zitate in „zeitbasierten“ Medien und vor allem zwischen dem Visuellen und dem Akustischen vermittelnde installative Werke auf. Diesen letzteren ist jeweils ein eigener Raum und eine eigene Zeit gegeben – zu große akustische Überlagerungen von Klanginstallationen zu umgehen, ist ein weiterer Grund für die evolvierende Dreierstruktur des Zeitplans, dessen Details sie bitte den Ankündigungen auf unserer Website (www.kunstsaele.de) entnehmen. Im erwähnten installativen Raum werden in einer ersten Phase ein Werk von Alvin Lucier, in den beiden folgenden Phasen zwei unterschiedliche Werke von Moritz Fehr präsentiert.

Ein Videoraum zeigt über die gesamte, dreimonatige Dauer der Ausstellung den Film „No Ideas But in Things“, eine Dokumentation über das Werk von Alvin Lucier von Viola Rusche und Hauke Harder, sowie daneben ein Programm mit kurzen Film- und Videoarbeiten, das unter anderem auch Videobeiträge der in der Ausstellung als bildende Künstler/innen Vertretenen enthält.

(Pressetext)

 

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Zilla Leutenegger, Bergkristall – Kaleido, 2014 (Galerie Peter Kilchmann, Zurich)

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Alvin Lucier, Directions of Sounds from the Bridge, 1978 / 2015, (Installation: Hauke Harder, Berlin)

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All images courtesy Kunstsaele Berlin, photographer Frank Sperling

KUNSTSAELE Berlin
Der Schatten des Körpers des Kutschers
Monika Baer – Michael Dreyer – Stefan Ettlinger – Katja Eydel – Moritz Fehr – Franz John Svenja Kreh – Dominique Le Parc – Zilla Leutenegger – Alvin Lucier – Gregory Maass & Nayoungim – Achim Mohné – Karin Sander – Sigune Siévi – Rolf Walz – Xiaopeng Zhou
zusammengestellt von Clemens Krümmel
16. JANUAR – 16. APRIL 2016
Bülowstr. 90
10783 Berlin