Jennifer Tee – Let it Come Down

Der Bonner Kunstverein präsentiert eine neue Ausstellung der in Amsterdam lebenden Künstlerin Jennifer Tee.
Für ihre Skulpturen, Installationen, Performances und Collagen lässt sich Tee von esoterischen Denkweisen und Praktiken inspirieren. Häufig beinhalten ihre Skulpturen traditionelle, in arbeitsintensiver Handarbeit gefertigte Objekte wie Strick- oder Töpferwaren, die oft auch in ihren Performances verwendet werden.
Der Titel der Ausstellung entstammt ein Unheil verkündenden Zeile, die in William Shakespeares Tragödie „Macbeth“ (um 1606) ein gedungener Mörder spricht. Tee hat Shakespeares sinnbildhafte Worte zum zentralen Motiv einer neuen Gruppe von Werken gemacht, die von den aktuellen politischen Umwälzungen und dem Widerstand gegen diese inspiriert wurden.
“Let it Come Down” ist zudem der Titel einer großformatigen Collage aus getrockneten Tulpenblättern, die Tee in den Niederlanden sammelte. Sie gehört zu einer Serie von Arbeiten, die sich auf in Sumatra gefertigte “Palepai” (Schiffstücher) beziehen, traditionelle indonesische Textilien, die typischerweise eine Reise auf dem Wasser darstellen. Somit ist die Serie zugleich eine Referenz auf Tees eigene Herkunft, denn zu ihren Vorfahren zählen holländische Tulpenbauern ebenso wie chinesisch-indonesische Emigranten. In der Ausstellung wird die Collage von 25 neuen “widerständigen Formen” aus Keramik begleitet, an der Wand befestigte, halbkugelförmige Skulpturen, die so aussehen, als seien sie durch Gewalteinwirkung verbeult worden oder starkem Regen ausgesetzt gewesen. Auf dem Boden ausgebreitete handgestrickte Objekte bilden eine Plattform für neue Performances, die in Zusammenarbeit mit der Choreografin und Tänzerin Miri Lee, den Tänzern David Kam und Céline HyunJin Barreau sowie der Dichterin Jane Lewty entwickelt wurden. Zu bestimmten Zeiten werden Mitarbeiter des Kunstvereins in der Ausstellung Auszüge aus der Auswahl polemischer Texte in Tees “Bücherstapel des Widerstands” vorlesen.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Camden Arts Centre in London entwickelt und wird vom Mondriaan Fonds und der niederländischen Botschaft in Berlin unterstützt.

Es handelt sich um die erste größere Einzelausstellung der
Künstlerin in Deutschland.

Performances (Dauer 1 Stunde)
20. Januar, 14 und 16 Uhr
21. Januar, 14 und 16 Uhr

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