All this, Sweetie, will one day be yours

Jacky Connolly, Samantha Bohatsch, Elisabeth Greinecker, Frieder Haller & Phung-Tien Phan,
Svea Mausolf, Simon Mielke, Eva Vuillemin, Jasmin Werner

23_Samantha Bohatsch,Scorpia Season, 2019, audio 17.40min

All This, Sweetie, Will One Day Be Yours klingt wie eine Liebeserklärung, oder zumindest tut es so als ob. Etwas liegt in der Luft, ein Versprechen, eine Erwartung, an die man sich klammern kann. Hoffnungsvoll blickt man der Zukunft entgegen, wartet, träumt, bis einem die Erkenntnis zuteil wird, dass all das, was da kommen sollte, vielleicht niemals kommen wird. Vielleicht ist der Gegenstand des Versprechens bereits in Vergessenheit geraten, oder es hat ihn nie gegeben. Vielleicht wusste man nie, worauf man hoffen soll. Gewartet wird trotzdem. Das Einzige was bleibt, ist der Blick nach vorn, oder zurück, oder eigentlich egal. Hauptsache irgendwo hin blicken. Im dumpfen Ausharren werden sich die Dinge schon richten, hoffentlich. Man träumt vom großen Traum, von der Sehnsucht, doch auch das ist anstrengend. Nicht einmal das geschieht von allein. Am Ende wacht man auf, und ist geblieben, wo man vorher auch schon war. In der Hoffnung, dass sich der Kreislauf nicht wiederholt, möchte man sich vielleicht selbst vergessen. Träume und Wünsche sind fragil. In ihnen spiegelt sich das Scheitern der eigenen Erwartungen, und das diffuse Verlangen nach einem neuen, besseren Leben, das nie eintreten wird. Das große Versprechen, an uns und die anderen, vielleicht ist es auch einfach zuviel. Die Imperative der erfolgreichen Lebensentwürfe bedürfen einer Korrektur. Alle reden, um sich einzureden den richtigen Weg zu gehen, das Richtige zu fühlen, das Richtige zu besitzen. Auch die Liebe wird bestimmt kommen. Muss sie aber nicht. Man hat die Illusion davon.

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