Submission
Claus Philip Lehmann

“Si tacuisses, philosophus mansisses”


Claus Philip Lehmann
“Si tacuisses, philosophus mansisses”

12.6-31.7.2015

Galleria Mario Iannelli freut sich, neue Arbeiten des Berliner Künstlers Claus Philip Lehmann zu zeigen. Unter dem Titel „Si tacuisses, philosophus mansisses“ sind Malereien auf Leinwand und Graphitzeichnungen zu sehen.

Claus Lehmanns erklärtes Ziel ist es, Kunst zu schaffen, die auf nichts anderes als sich selbst verweist. In seinen Bildern verwendet er die von ihm gewählte Farbe sowohl als Mittel seiner Darstellung als auch als Darstellung selbst. So erschafft er beispielsweise weiße, monochrome Flächen auf Leinwand, deren Komplexität sich erst bei näherer Betrachtung offenbart – durch subtile Variationen in der Intensität des Farbauftrages bilden sich Formen und Schatten, die auch immer wieder auf den Außenraum referieren. Die Malerei wird malerisch mit der Länge ihrer Betrachtung – denn je nach Lichteinfall und Betrachterblickwinkel ändern sich die Strukturen und Formen und gehen ein Spiel mit dem umgebenden Raum ein.

Auf diese Art und Weise arbeiten auch kleinerformatige Werke, auf die Claus Lehmann mit großem Stift das Graphit so flächendeckend aufträgt, dass sich changierende und spiegelnde Strukturen ergeben, die über das Bild zu fließen scheinen. Durch bestimme installative Momente nimmt Lehmann darauf Einfluss – so sind die Arbeiten in der jetzigen Ausstellung auf dunklem Hintergrund angebracht, und der Lichteinfall von draußen wurde in die Anordnung der Werke miteinbezogen. Der reine White Cube als sich selbst zurückhaltende Bühne für das Kunstwerk wird negiert, die Außenwelt in das Kunstwerk integriert. Ganz im Sinne des avantgardistischen Gedanken von der Annäherung der Kunst an die Lebenspraxis stehen auch die Materialien, die Claus Lehmann für seine Arbeiten wählt. Diese sind der realen Lebenswelt nicht entrückt, sondern werden gebraucht und verbraucht – die Spuren dessen sind offensichtlich und werden bewusst mit einbezogen. So entstehen Kunstwerke, die sich mit ihrer Umwelt in Beziehung setzen, ohne ihr eine weitere Bedeutung hinzufügen zu wollen.

Text: Anna Redeker

CLAUS PHILIP LEHMANN (*1979 Hannover) Vive e lavora a Berlino / Lives and works in Berlin.

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Claus Philip Lehmann, “Si tacuisses, philosophus mansisses”, installation view, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, “Si tacuisses, philosophus mansisses”, installation view, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, “Si tacuisses, philosophus mansisses”, installation view, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, “Si tacuisses, philosophus mansisses”, installation view, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, “Si tacuisses, philosophus mansisses”, installation view, detail, corner, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, “Si tacuisses, philosophus mansisses”, installation view, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, Untitled, 2015, oil on canvas, 61 x 81 cm, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, Untitled, 2015, oil on canvas, 61 x 81 cm, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, Untitled, 2015, graphite on handmade paer, oak frame, 38 x 32 cm, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli
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Claus Philip Lehmann, Untitled, 2015, graphite on handmade paer, oak frame, 32,5 x 26 cm, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli

 

 

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Claus Philip Lehmann, “What the workers did, on the day of labour”, 2010, oil on canvas, 140 x 200 cm, photo Roberto Apa, Courtesy the artist and Galleria Mario Iannelli