Submission
Theresa Büchner

FIASCO


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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view
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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view
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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view
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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view
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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view
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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view
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Theresa Büchner, FIASCO, 2021, installation view

„When the landlord threatened her with eviction, she covered the staircase in all the glassware she could find.” Den Text unterstreichend gibt es in der Ausstellung die Schwarzweißfotografie eines Treppenabsatzes, der von leeren Weingläsern bedeckt ist, als würden diese eine Barrikade bilden wollen. Der Satz bildet den Beginn der Kurzgeschichte, die Ausgangspunkt von „Fiasco“ ist und überdies fragmentarisch im Index auftaucht. Die Erzählung in „Fiasco“ verwebt sich teilweise mit der Realität – zumindest auf einer Metaebene. Theresa Büchner begann gerade ihr Residenzstipendium in Antwerpen, als das Programm wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel und die Direktorin samt Team verschwand. So kam es, dass sie allein die große, alte Gründerzeitvilla eines ehemaligen Keksfabrikanten bezog, die ursprünglich für insgesamt drei Künstler*innen gedacht war. Obendrein begann der Vermieter während Theresa Büchners Aufenthalt, die verbleibenden Möbel zu entfernen und das Haus quasi leer zu räumen – die Künstlerin blieb wie ein Hausgeist zurück und begann sich innerhalb ihrer künstlerischen Praxis mit Abwehrmechanismen und Rückzugsstrategien zu beschäftigen. Es ist wohl ein natürlicher Impuls sich im Moment des Rausschmeißens mit Verteidigungssystemen zu beschäftigen. Warum nicht die Treppe mit Gläsern versperren?

Die die Ausstellung begleitende Kurzgeschichte erzählt von einer Protagonistin, deren Identität nie ganz klar wird – ebenso wenig wie der Beginn oder Ausgang der Erzählung. Die Figur fühlt sich jedoch subtil bedroht oder hat sie das Gefühl, ihr Dasein legitimieren zu müssen? Die Luxusartikel, mit denen sie sich umgibt, helfen ihr dabei und gleichzeitig wird sie lediglich durch sie näher charakterisiert. Das teure Parfüm, die Lederjacke, die vielen Hotelseifen als Beweis ihrer vielzähligen Reisen – auf einmal werden die Objekte zu Symbolen für einen gewissen Lebensstil und beschreibend für eine Persönlichkeit. Gleichzeitig legt das Narrativ nahe, dass sie ein Leben mit Mitteln vorzutäuschen vermag, die sie gar nicht besitzt. Wieder eine Referenz auf den Entstehungskontext der Arbeit: Theresa Büchner fand sich in einem Programm wieder, das eigentlich gar nicht mehr existierte.
Die teils luxuriösen Objekte der fiktiven Protagonistin tauchen immer wieder auf den Fotografien auf, die die Geschichte bildhaft begleiten und funktionieren mit dem Index dennoch in sich geschlossen. Dieser ist unvollständig und lässt ebenso wie die Kurzgeschichte Lücken offen. Im Kern ist das markant für die Erzählweise von Theresa Büchner: sie möchte nicht zu viel verraten; Platz lassen für die Interpretationen der Betrachter*innen: wo beginnt Fiktion und wo endet Realität?

Theresa Büchner beginnt neue Arbeiten oft mit einer Kurzgeschichte oder etwas Geschriebenem. Das hilft der Struktur und dem narrativen Zusammenhang verschiedener Elemente – für die Künstlerin, die auch Filmemacherin ist, gibt es also immer eine Art Skript. Der Satz „Zwar gibt es viel, doch will ich alles bieten.“ taucht ebenfalls im Index auf, der im Format der Fotografien auf gleiche Weise aufgehängt ist. Er erinnert an den Kontext eines glamourösen Varietés mit seinen vielen kleinen strahlenden Momenten und den großen bühnenhaften Gesten. Die Fotografien können als ebenjene Momente gedeutet werden und die ganze Geschichte als bühnenhaft. In etwa so, wie die Protagonistin der Geschichte, die durch die Fassade aus vermeintlichem Luxus, die Theresa Büchner um sie herum konstruiert, geschmückt wird und nicht etwa durch ihren eigentlichen Charakter beschrieben. So bekommt die fragile Glasbarrikade, die jeden Moment in sich zusammenzufallen droht, eine weitere Deutungsebene.

Es wird ein Duft im Raum verströmt und aus dem Keller des Ausstellungsraums dringt eine seichte Melodie nach oben. Tauchte der Geruch vor dem inneren Auge nicht schon einmal auf, zum Beispiel beim Betrachten der Fotografie der Seifen? Erschien der Songtext nicht schon im Index? Subtil setzt die Künstlerin die Realität mit der Fiktion der Fotografien und dem Text in Verbindung und kreiert eine Fantasie, die dennoch Kritik übt. In diesem Falle an der Gefahr und der vermeintlichen Macht von Statussymbolen. Schein ist eben nicht mehr als Sein.