Inside Out: Folkwang Universität der Künste – Jonas Kamm & Janek Beau + Lilli Malou Weinhold #5

Anlässlich des zweiten Rundgangs an der Folkwang Universität der Künste in Essen stellen wir einige künstlerische Positionen vor, deren fotografische und materialbezogene Ansätze für die Entstehung einer repräsentativen visuellen Identität des Standortes beispielhaft sind.
von Damian Rosellen und Lulu Mayer

Jonas Kamm

jonaskamm.com

In den beiden Serien Chunks und flesh beschäftigst Du Dich mit der skulpturalen Präsenz von Objekten in Bildern. Welche formellen Fragen wertest Du speziell bei der Arbeit an Chunks aus?

J: Grundsätzlich interessiert mich die Spannung, die zwischen der materiellen Oberfläche und der artifiziellen Form der Objekte entsteht. Der Arbeitsprozess im virtuellen Raum kombiniert verschiedene Arbeitsweisen – Malerei, Bildhauerei und Fotografie.

Das quasi-bildhauerische Herausarbeiten von Formen scheint auch bei der Serie flesh elementar gewesen zu sein. Worum geht es in dieser Arbeit?

J: Mit einer Kamera in der Hosentasche fotografiere ich kontinuierlich Gegenstände, die mir in meinem Alltag begegnen und arrangiere sie fortlaufend zu Serien und Bildgruppen. Der fotografische Akt ermöglicht es mir, die Gegenstände aus ihrer Alltäglichkeit in ein Abstraktum zu transformieren, welches dem Betrachter erlaubt, die Objekte in ihrer Fremdheit und deren skulpturalen Qualität wahrzunehmen. Dieser Transformationsprozess, der versucht, das Alltägliche in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln, interessiert mich.

Janek Beau, Lilli Malou Weinhold

Wie kam eure gemeinsame Rauminstallation zustande und welche Aspekte waren für Euch wesentlich?

J&L: Zu Beginn war es schwierig, unsere Idee zu kommunizieren, da es uns vor allem darum ging, einen Raum zu erschaffen, der überfordert und beengt. Das Wie hat sich erst später finalisiert. Uns war es wichtig, nur mit Alltagsgeräuschen zu experimentieren und die Haptik der Schläuche in Verbindung zum Licht zu nutzen.

Der größte Antrieb war selbst die Installation erleben zu können. Könnt ihr beide separat formulieren, von welchem Interesse Ihr Euch leiten lasst?

L: Mir gefallen Arbeiten, die stumpf und subtil zugleich sind und nicht alle Betrachter gleichermaßen ansprechen. Manch einen vor den Kopf stoßen und die Frage nach dem Warum nicht beantworten. Ob das bei meinem eigenen Schaffen gelingt, wird sich zeigen. Insgesamt sehe ich jede Arbeit als Experiment mit offenem Ende. Was letztlich dabei raus kommt, ist ungewiss und dadurch umso spannender.

J: Ich möchte nur Material. Einfach und roh. Dadurch entsteht das, was ich meine. Ich will erklären, deshalb so. Alles das beschäftigt mich.