Intimate Matter – mit Marlene Zoë Burz, Lisa Premke und David Reiber Otálora

Bilder von Marlene Zoë Burz

Unsere gesamte Lebensrealität ist bestimmt durch eine Vielzahl an wirtschaftlichen, ökologischen, politischen, gesellschaftlichen und sozialen Strukturen. Durch die Gliederung dieser oft unumstößlich wirkenden Gegebenheiten und der uns umgebenden Objekte, konstruieren wir Deutungssysteme, die die komplexen Beziehungen, in denen wir leben, ordnen und begreiflich machen sollen. Dabei sind sie Orientierung und Sicherheit zugleich, ist doch der Rückgriff auf die uns vertrauten Denk- und Wahrnehmungsmuster immer auch ein Akt der Selbstvergewisserung.

Doch was geschieht, wenn uns diese Vertrautheit mit den uns umgebenden scheinbar alltäglichen Dingen plötzlich entgleitet, Semantiken sich verschieben, überlagern und neuordnen, wir an unseren gewohnten Deutungs- und Einordnungsmechanismen zu zweifeln beginnen?

Die Ausstellung „Intimate Matter“ mit den Künstler*innen Marlene Zoë Burz, Lisa Premke und David Reiber Otálora bewegt sich unbemerkt in Grenzgebiete der Wahrnehmung, schafft intime Momente der Irritation und versucht den feinen Übergang zwischen uns Bekanntem und Unbekanntem sichtbar zu machen. Die gezeigten Arbeiten spielen mit der Destabilisierung und Rekontextualisierung von Objekten und Materialien.

Die Wandel- und Verhandelbarkeit der von uns produzierten Deutungszusammenhänge wird erkennbar, wenn die Materie, die Objekte im Raum ihre angedachte Funktionsweise von sich streifen und eine neue und eigene Form von Wirklichkeit für sich geltend machen. Die vertrauten Beziehungen zwischen den einzelnen Gegenständen und ihren Betrachter*innen werden neu gedacht und in einen anderen Zusammenhang überführt. Lassen wir uns darauf ein, so birgt dies das Potential, das Verhältnis zu unserer Umgebung, die vermeintliche Sicherheit darüber, was wir zu wissen glauben, neu zu denken und zu sehen.

Kuratiert von Ulrike Riebel und Nandita Vasanta

www.baerenzwinger.berlin