KAMP KAYA feat. KAYA (Kerstin Brätsch, Debo Eilers & Kaya Serene) & Guests

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KAYA, Performance by KAYA at Paramount Ranch, 2015, Foto: Michael Underwood, courtesy of KAYA and Freedman Fitzpatrick, Los Angeles ©KAYA

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KAYA, Performance by KAYA at Paramount Ranch, 2015, Foto: Viola Yeşiltaç., courtesy of KAYA and Freedman Fitzpatrick, Los Angeles ©KAYA

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KAYA, Performance by KAYA at Paramount Ranch, 2015, Foto: Viola Yeşiltaç., courtesy of KAYA and Freedman Fitzpatrick, Los Angeles ©KAYA

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KAYA, KAYA’S House, 2015, Foto: Michael Underwood, courtesy of KAYA and Freedman Fitzpatrick, Los Angeles ©KAYA

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KAYA, KAYAIII, 2015, Foto: Joerg Lohse, courtesy of KAYA and 47 Canal ©KAYA

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Foto: Kerstin Brätsch & Debo Eilers, KAYA IV, The Green Gallery, Milwaukee, 2014

 

Im Rahmen des diesjährigen Sommerprogramms KAMP KAYA sind die in New York lebenden Künstler Kerstin Brätsch und Debo Eilers eingeladen, ihr Gemeinschafts-projekt KAYA zu präsentieren. Der Titel dieses künstlerischen Langzeitprojekts nimmt Bezug auf eine reale Person, Kaya, die mittlerweile 19-jährige Tochter einer Jugendfreundin von Eilers aus Texas. Die Zusammenarbeit mit ihr begann bereits im Jahr 2010, als sie 13 Jahre alt war. Seither bildet Kaya den Ausgangs- und Mittelpunkt gemeinsamer Ausstellungen, Performances und Interventionen. Bei vergangenen Ausstellungs-beteiligungen in New York, Los Angeles, Milwaukee und Kassel ist sie beispielsweise auf Fotografien erschienen, hat an der Produktion von Malereien und Performances mitgewirkt, Gitarre gespielt oder einen Silikonabguss von Eilers’ Körper bemalt. Kerstin Brätsch wie auch Debo Eilers betrachten ihre jeweiligen künstlerischen Arbeitsfelder — Malerei beziehungsweise Skulptur — nicht als in sich geschlossene Medien, sondern als Gegenstand und Ausgangsmaterial eines konzeptuellen wie multi-disziplinären Ansatzes. Ihr Interesse liegt insbesondere auf Prozessen der Verschiebung, Abwandlung und Befragung von digitalen Bildverfahren und kunsthistorischen Stilen. In ihrer Zusammenarbeit mit Kaya nähern sie sich der Möglichkeit der Schaffung eines dritten Körpers an und damit der potenziellen Erweiterung ihrer skulpturalen und malerischen Forschungen. Was passiert, wenn Malerei oder Skulptur buchstäblich zu einem Körper werden? Außer das Interesse für Jugend und Jugendkultur (bzw. das Erwachsenwerden und ein Geschlecht anzunehmen) zu wecken, eröffnet das Projekt KAYA durch die Einbeziehung einer weiteren Person mit einer eigenen Persönlichkeit und Biografie Räume, die unbekannte Territorien und Momente des Unvorhersehbaren willkommen heißen, konventionelle Klassifikationen auf die Probe stellen und zugleich Fragen der Autorschaft, der Originalität und des Tauschwerts aufwerfen.

Die KUB Arena steht für ein ungewöhnliches und immer wieder die Kunstinstitution hinterfragendes Programm. Sie ist derjenige Ort im Kunsthaus Bregenz, an dem Kunst in einen Dialog mit anderen Bereichen der kulturellen Produktion tritt, um zeitgenössische Kunst auf unkonventionelle Weise erfahrbar zu machen.
Anlässlich von KAMP KAYA wird die KUB Arena das Kunsthaus temporär verlassen, um stattdessen verschiedene Orte der Stadt und ihrer Umgebung zu erkunden. Kaya besucht Bregenz zwischen dem 27. und
30. August. Während ihrer ersten Europareise wird sie zusammen mit Kerstin Brätsch, Debo Eilers und anderen geladenen Gästen einige Tage am See verbringen. Gemeinsam werden sie mit dem alltäglichen Sommergeschehen entlang des Bodenseeufers, auf dem Pfänder, der Mili Badeanstalt und im öffentlichen Raum der Stadt Bregenz in Interaktion treten. Das Publikum ist eingeladen, an diesem Sommercamp aus Auftritten, Performances, Filmvorführungen und Gesprächen teilzunehmen und dadurch neuartige Einblicke in die Aktivitäten dieser Zusammenarbeit zu gewinnen.

Kerstin Brätsch & Debo Eilers
KAYA ist ein im Jahr 2010 begonnenes Gemeinschafts-projekt von Kerstin Brätsch und Debo Eilers, das sich um ihre damals 13-jährige Muse Kaya dreht. Das Projekt verbindet diverse Ausdrucksformen, unter anderem Malerei, Skulptur, Video und Performance, wobei die unterschiedlichen Arbeitsweisen der beiden Künstler buchstäblich aufeinanderstoßen. KAYA ist ein kumulatives Projekt; jede neue Manifestation ist auf allen vorher-gehenden Ausführungen der Kollaboration aufgebaut. Über das Engagement der drei Hauptbeteiligten hinaus-gehend, integriert KAYA in seinen Prozess häufig auch die Gemeinschaft sowie die ausstellende Institution, in
der die Präsentation stattfindet.

Kerstin Brätsch ist eine Künstlerin, die sowohl eigenständig als auch gemeinsam mit anderen arbeitet. Im Jahr 2007 hat sie zusammen mit Adele Röder DAS INSTITUT gegründet, seit 2010 firmiert sie mit Debo Eilers als KAYA. Mit ihrem interdisziplinären Ansatz öffnet Kerstin Brätsch neue Sichtweisen auf die Malerei, indem sie die Grenzen zwischen Abstraktion und semiotischen Bildeigenschaften erforscht. Brätschs Interesse an der Malerei gründet auf ihrer Infragestellung des Körpers: Malerei wird hier in ihrem sich erweiternden Feld wie auch in ihrer Bezogenheit auf den Körper untersucht (physisch, psychisch, psychologisch und gesellschaftlich). In wechselnden Rollen und unterschiedlichen kollaborativen Projekten webt Kerstin Brätsch ein Netz aus kunstgeschichtlichen Verweisen, malerischen Gesten und performativen Elementen. Der Stellenwert des Bilds bleibt in der Schwebe und zugleich wird Malerei als relevantes, wenn auch wandelbares Medium präsentiert.

Debo Eilers unterhält eine künstlerische Praxis, die Skulptur, Zeichnung, Video und Performance als Laboratorien der Herstellung, Zersplitterung und Neuzusammensetzung von Kunstwerken einsetzt.
Eilers’ Arbeit erforscht die Spannung, die in unterschiedlichen Vorrichtungen entsteht — zwischen den Freiheiten, die sie gewähren, und den Beschränkungen, die sie auferlegen —, und geht der Frage nach, wie der Körper sich in diesen Grenzbereichen bewegen kann. Eilers bezieht andere Künstler, aber auch Nicht-Künstler in diesen Prozess ein, sei es als Partner, als Assistenten oder auch als teilnehmendes Publikum, u. a. bei Projekten wie Nic Xedro (2006 – 2009), Professor Eilers (2009 – 2012) und KAYA (Projekt seit 2010, zusammen mit der Künstlerin Kerstin Brätsch).

Daniel Chew ist ein New Yorker Künstler, der sich in seiner Arbeit mit dem Thema Identitätswandel durch Technologie auseinandersetzt. Er kollaboriert mit Micaela Durand als BFFA3AE.

Protektorama aka Johannes Paul Raether lebt und arbeitet in Berlin. Seine künstlerische Praxis kann als die eines antikapitalistischen Identitekten beschrieben werden, der eine stetig wachsende Sammlung fiktiver Identitäten und nomadischer Persönlichkeiten konstruiert. Seine Geschöpfe treten an den unterschiedlichsten Orten in Erscheinung, um alternative Modelle der Wissensproduktion, Selbst-organisation und Reproduktion zu propagieren. Raethers Werk war in Ausstellungen und Performances in Afrika, Europa und dem Nahen Osten zu sehen; Einzelaus-stellungen wurden unter anderem bei Galerie September, Berlin (2011), im Künstlerhaus Stuttgart (2012) und bei Ludlow38, New York (2014) sowie Bad Reputation, Los Angeles (2014) ausgerichtet. Im Rahmen von KAMP KAYA unternimmt er gemeinsam mit Protektorama WorldWideWitch eine psycho-realistische Forschungs-expedition zum Unholdenberg in Götzis. Protektorama hat mehrere antikapitalistische Kult-Orte erschaffen, unter anderem den dunklen und strengen Weltheilungswald und einen geblümten Patchworkteppich, der dem Angriff auf das gespenstische Imperium kapitalistischer Beziehungen der Produktion im Zeitalter der Super-Warenströme dient. Die zentrale These ist, dass die von den abstrakten Prinzipien des Kapitals besessene Menschheit zur Prothese ihrer eigenen digitalen Geräte mutiert ist.

Weitere Mitwirkende
Weitere Gäste, die bei KAMP KAYA mitwirken, sind die Künstlerin Sonja Gerdes sowie Francois Huber, Robert Keil, Paulina Nolte, Viola Relle, Kristina Schmidt, Johanna Strobel, Raphael Weilguni, Frauke Zabel und Laura Ziegler von der Akademie der Bildenden Künste München. Darüber hinaus reist die Regisseurin und Autorin Yael Salomonowitz anlässlich von KAMP KAYA zu Dreharbeiten in Bregenz an, um Teil eines Projekts in ihren ersten Spielfilm Investments (Arbeitstitel) einfließen zu lassen.

Programm

Donnerstag, 27. August
14-18 Uhr
Sonnenbad, Spiele, performative Interventionen mit Kerstin Brätsch, Daniel Chew, Debo Eilers, Kaya Serene & Guests | Ort: Mili Badeanstalt, Tagesticket Badeanstalt

19 Uhr
Eröffnungsperformance, Michel Vvolta invites the Shivydra | Ort: Mili Badeanstalt, freier Eintritt

21 Uhr
Lagerfeuer, BBQ, Monkey 47 Gin-Getränke, Performance | Ort: Pipeline

Guests: Sonja Gerdes, Shanti Matulewski, Viola Relle & Raphael Weilguni

Freitag, 28. August
7 Uhr
Morgenandacht | Ort: Badesteg Pipeline

18 – 21 Uhr
KAYA Bootstour mit performativen Interventionen von Kerstin Brätsch, Daniel Chew, Debo Eilers & Kaya Serene Ort: Yacht Club Bregenz, Seglerweg 7,
begrenzte Plätze, Anmeldung erforderlich: vermittlung@kunsthaus-bregenz.at

21.30 Uhr
Filmvorführung Maps to the Stars – David Cronenberg (2014, 107 Min., English) | Ort: Yacht Club Bregenz, Seglerweg 7, freier Eintritt

Guests: Kitti & Joy, Robert Keil, Kristina Schmidt, Raphael Weilguni, Francois Huber

Samstag, 29. August
11-16 Uhr
KAYA Seilbahnausflug zum Pfänder und Alpenwildpark: Performances, Foto- / Filmshooting in der Seilbahn, am Pfänder und im Alpenwildpark mit Kerstin Brätsch, Daniel Chew, Debo Eilers & Kaya Serene | Treffpunkt: Talstation Pfänderbahn, Steinbruchgasse 4, Tickets für die Pfänder-bahn müssen vorab individuell erworben werden

19 Uhr
Künstlergespräch KAYA mit Kerstin Brätsch, Debo Eilers und Eva Birkenstock | Ort: Yacht Club Bregenz, Seglerweg 7, freier Eintritt

21.30 Uhr
Filmvorführung Labyrinth – Jim Henson (1986, 101 Min,, Englisch) | Ort: Yacht Club Bregenz, Seglerweg 7, freier Eintritt

Guests: Kitti & Joy, Paulina Nolte & Laura Ziegler, Yael Salomonowitz, Frauke Zabel

Sonntag, 30. August
12-18 Uhr
Psycho-realisitischer Forschungsausflug zum Unholdenberg bei Götzis mit der WordWideWitch Protektorama aka Johannes Paul Raether sowie performativen Interventionen von Kerstin Brätsch, Debo Eilers & Kaya Serene | Treffpunkt: Eingang des Schwimmbads in der Riebe, In der Riebe 7, 6840 Götzis. Parkmöglichkeiten: Parkplatz Ringsportzentrum, öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Bahn bis zum Bahnhof Götzis; weiter mit dem Ortsbus 22, 53 oder 60 bis Schwimmbad

Guest: Eva Marie