Submission
Dominika Bednarsky

Nicht Fisch, nicht Fleisch

Dieses Jahr verlässt der Kunstverein Wiesen die Schlossmauern und breitet sich über das Dorf aus. Integriert in den bestehenden, permanenten und sich stetig erweiternden Skulpturenweg (u.a. mit Michael Sailstorfer, Markus Kleinfeld oder Christian Jankowski) findet sich die Solo Ausstellung von Dominika Bednarsky im Dorfladen, beim Bäcker, Metzger, Lottoladen usw. wieder. Perfekt für einen Ausflug in den Spessart und 100% coronafreundlich kann die Ausstellung individuell in Wiesen abgelaufen werden.


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Die Renaissance des Ländlichen
Eine Ananas bekrönt den Schweinekopf, Weintrauben hängen hinter dem linken Ohr, und eine Birne entwächst dem Hinterkopf. Der Schweinekopf liegt in der Auslage des ortsansässigen Metzgers in der Lindenstraße – wir befinden uns auf einem Spaziergang durch die Gemeinde Wiesen – und auf Bänken vor dem Metzger findet gerade ein Junggesellenabschied statt. Wäre man eingeladen gewesen, und hätte dort mit den anderen Männern gesessen und Bier getrunken, hätte man sich auch gewundert über die Menschen, die hintereinander im Gänsemarsch den kleinen Laden betreten, nur um den Schweinekopf neben der Theke zu sehen und einen LKW zu kaufen (Wer‘s nicht kennt, war nicht dabei.)
Der Startpunkt des samstäglichen Spaziergangs durch den Ort liegt nur ein paar Meter entfernt beim Schloss, wo der Kunstverein Wiesen seinen Sitz hat. Die Frankfurter Künstlerin Dominika Bednarsky ist von Juli bis September mit ihrer Einzelausstellung nicht Fisch, nicht Fleisch Gast des Kunstvereins. Doch anders als sonst lässt sich diese Ausstellung nicht auf das Schloss begrenzen, in dem normalerweise die Ausstellungen des Kunstvereins stattfinden, sondern erstreckt sich über den ganzen Ort. Eine kuratorische Entscheidung, für die sich ein Besuch im Nordspessart auf jeden Fall lohnt. An diesem Samstag haben Johanna und Friedrich Gräfling, die den Kunstverein leiten, einen Kunstspaziergang auf dem Skulpturenweg geplant, der sowohl an den Arbeiten Bednarskys vorbeiführt, als auch an Arbeiten Markus Kleinfelds, Michael Sailstorfers und Christian Jankowskis.
Ob in der Bäckerei, in der Auslage des Mobilfunkladens, im Lottogeschäft oder sogar im Büro des Bürgermeisters: überall begegnet man den Keramik-Skulpturen Bednarskys. (Glück gehabt, da steht kein echter Schweinekopf.) Die Werke selbst entstammen verschiedenen Serien der Künstlerin. Snap Competition heißt eine Serie aus dem Jahr 2019, in der sie fleischfressende Pflanzen versammelt hat. Je genauer man die Skulptur betrachtet, die ganz unprätentiös im Schaufenster des kleinen Lottogeschäfts neben Dekogegenständen der Ladenbesitzerin platziert ist, desto mehr Verstecktes, Verborgenes und Halb-Verdautes (Regenwurm, Frosch, Spinne, Hirschkäfer und Libelle) entdeckt man, und wird so immer enger in den Bannkreis dieser exotisch anmutenden Pflanzenwelt gezogen, die ihre Geheimnisse nicht allzu leicht preisgibt. Man hätte die Ausstellungsgäste zu Beginn vielleicht zählen sollen, nicht dass man später auf dem Rückweg noch einen halb verdauten Arm aus den fleischfressenden Pflanzen ragen sieht. In der Bäckerei gegenüber liegen ein Fußball, ein Golfball, ein Baseball und ein Tennisball zwischen Brötchen in der Auslage. Arbeiten aus Bednarskys Serie Making Playgrounds Dangerous Again aus dem Jahr 2018. Es sind Arbeiten, die überraschen und zum Lachen bringen. Die Werke durchzieht ein Humor, der durchaus manchmal etwas Brutales an sich hat. Vergleichbar mit dem Moment, in dem man laut in ein Lachen über einen unangemessenen Witz ausbricht, und sich danach schnell wieder zur Ruhe ruft. Und es ist nicht nur dieser Humor allein, der die Arbeiten durchwirkt, sondern auch ein ausgesprochener Wahnwitz, der sich in den Werken Bahn bricht. Dieser Wahnwitz zeigt sich schon im Anspruch Bednarskys, die eher traditionelle Form der Keramik zu wählen, und mit dieser weder (nur) Dekoratives, noch andere Ziergegenstände zu machen, sondern dafür 450 Nacktschnecken (in Wiesen sind derzeit 15 im Dorfladen zu entdecken, wenn man mal ganz genau zwischen Frischkäse und Wurst nachschaut), oder einzelne Spargelstangen, die in den Schaukästen der Vereinsankündigungen stehen, oder einen Blumenstrauß speziell für Männer: den Männerstauß, zwischen dessen Blumen (Nelke, Margerite, Rose) sich verschiedene Würste schlängeln, und der während der Dauer der Ausstellung auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters zu sehen ist. (Hier muss man allerdings die Sprechzeiten des Büros beachten.)
Etwa zwei bis drei Stunden ist man unterwegs, wenn man schlendert und alle Stationen des Skulpturenwegs abläuft. Immer wieder gibt es Raum zwischen den Häusern, der Platz lässt, um einen Blick auf den nebligen Spessart zu werfen, der den kleinen Ort beinah malerisch umrahmt.
Dominika Bednarsky ist nicht die erste junge Künstlerin, die hier ausstellt. Schon seit ein paar Jahren kommen renommierte und junge Künstler und Künstlerinnen aus internationalen Metropolen nach Wiesen, um hier auszustellen. Unter anderem waren schon Douglas Gordon, Fischli Weiss und Roman Singer vor Ort. Gibt es da eine Stadtflucht unter jungen Künstlern und Künstlerinnen? Eine Renaissance des Ländlichen? Durchaus nachvollziehbar, wenn man sich eine Weile in diesem Ort bewegt hat. Die Idee der Gräflings, die Ausstellung Bednarskys auf den ganzen Ort zu erweitern, geht wunderbar auf, wenn man sieht, wie harmonisch und auch humorvoll die einzelnen Arbeiten mit ihrer Umgebung verschmelzen. Gleichzeitig ermöglicht diese Ausstellung (die erste überhaupt, die außerhalb der Schlossmauern stattfindet), einen Ausblick auf das, was der Kunstverein in Wiesen noch alles planen wird.