Maximilian Kirmse – AMAZONI

Maximilian Kirmse’s AMAZONI on view

Auszug aus der Publikation „Die Chronik spricht mit Maximilian Kirmse“, welches anlässlich der
Ausstellung AMAZONI in der Philipp Haverkampf Galerie in Berlin erschienen ist.

Die Chronik ist chronisch, sie ist eine Geschichtsschreibung von langer Dauer. Sie erscheint in
unregelmäßigen Abständen in Form eines Künstlerbuches.
Die Chronik wird herausgegeben von Fid. Fischer und Olga Monina.
info@diechronik.net

DC: Kann Gesundheit romantisch sein?

MK: Ich hab einen Artikel gelesen, dass da auch was verloren geht, wenn alle Leute aufhören zu rauchen.
Es ist auch schön, dass Leute rauchen, ich mag es wenn es so romantisch verklärt wird.

DC: Es ist romantischer, wenn man unvernünftig ist, auch bei der Liebe… Abenteurergeist. Bei ner Kippe ist es relativ belanglos. Dann kannst du der neue romantische Nichtrauchermaler werden.

MK: Ich kann mir schon vorstellen, dass die meisten Maler aus einem romantischen Grund beginnen. Es ist ja jedem klar, dass sich damit schwer Geld verdienen lässt und wenn du dich darauf einlässt, musst du ja
damit rechnen, dass es vielleicht übel ausgeht und du irgendwann bei Kerzenlicht in einer Mansarde sitzt
und mit deinen letzten Ölfarben dein vorletztes Bild malst.
Den Vertrag hab ich selber mit mir abgeschlossen, als ich mich dafür entschieden hab. Und ich kann mir
nicht vorstellen, wie man diese Vorstellung anders überwinden kann. Man muss es ja in Erwägung ziehen,
dass das nicht klappt mit dem Geldverdienen.

DC: Warum Amazoni?

MK: Zum Einen ist das die Fortsetzung zu Interzoni, meiner letzten Einzelausstellung. Wobei sich Zoni vor allen Dingen auf die ehemaligen Ostzonenbürger bezieht, zu denen ich auch gehöre. Wobei ich beim Mauerfall erst drei Jahre alt war. Irgendwie ist das schon relevant für mich, man ist ja auch Kind seiner Eltern und deren Sozialisierung. Aber ich glaube, die Zonis thematisieren das viel eher als die Wessis. Naja, irgend so eine Art Stolz steht dahinter. Und auch so Fahne zeigen. Oder Gesicht zeigen.

Maximilian Kirmse im Gespräch mit der Chronik

www.haverkampf.gallery