Submission
Eugen Wist

Standard Time

Online Film Screening


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Eugen Wist, Filmstill, Standard Time, 2021, 07:09 Min.
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http://www.muhry.com/eugenwist.html

Eugen Wist, Standard Time, 07:09 min, 2021

Nostalgie, du leicht entzündlicher Stoff! Wie leicht man sich doch an dir, das Persönliche mit dem Unpersönlichen verwechselnd, in der Glut aus Emotion und Vergangenheit die Finger versengt. Und passt man nicht auf, verliert sich auch noch das angekohlte Herz, mir nichts, dir nichts, im lodernden Spektakel.

Doch dieser Gefahr ist sich Eugen Wist offensichtlich bewusst. Hier knistern und flackern die Sequenzen ohne Brandgeruch, im Zentrum gastiert der kühle Zweifel. Ganz im Sinne von Svetlana Boyms geprägtem Begriff der reflektierenden Nostalgie [1] duldet der Film Widersprüche und verweilt in den Ambivalenzen menschlicher Sehnsucht und Zugehörigkeit, anstatt einer Logik zu folgen, die Wahrheit und Tradition sucht und doch nur leere Symbole und Verschwörung findet. Hier werden Möglichkeiten erforscht, mehrere Orte gleichzeitig zu bewohnen: die Großmutter auf dem Acker in Russland, die Loveparade in Hamburg, das Ateliergebäude der Städelschule. Das Jetzige und das
Gewesene, vergangene Zukunft und zukünftige Vergangenheit, existieren parallel. Das Gezeigte verharrt, für vierhundertneunundzwanzig Sekunden, im Schwebezustand des Aufbruchs. Duldung statt Ausweisung und immer wieder das Motiv Hoffnung: tanzen, lachen, Westgeld.

Politiken
Mit der Liberalisierung unter Michail Gorbatschow Mitte der 1980er-Jahre und der anschließenden Implosion des Sowjetimperiums kamen in der Folge gut 2,3 Millionen sogenannte russlanddeutsche (Spät-)Aussiedler*innen und ihre Familienangehörigen zurück in ihre “historische Heimat”. Diese “Heimat” empfing sie jedoch mit einer Erfahrung der doppelten Fremdheit: In Russland waren sie die Deutschen, in Deutschland die Russen. Das Auseinanderfallen von Eigenund Fremdwahrnehmung resultierte in einem Identitätskonflikt, einer zweifachen Exklusion, die dem Anspruch zuwider lief, in der Bundesrepublik als “Deutsche unter Deutschen” leben zu können. Diese
Einsicht prägte eine ganze Generation.

Am Ende des Films ein Missverständnis: Der Kameramann erklärt auf Band, wie schwer es sei, die Realität so mit der Kamera einzufangen, wie sie die eigenen Augen wahrnehmen. Doch war das nie die eigentliche Aufgabe des Amateurfilms. Rollende Steine im Bergwerk, die lallende Stimme
Boris Jelzins, der Heimatort Scheregesch im Jahr 1993; private Foto- und Videoaufnahmen dienen in ihrem Dokumentcharakter zu allererst unserer Selbstvergewisserung “Seht her, ich bin gewesen”.
Aufnahmen aus der Kindheit, der Heimat und von der Verwandtschaft, füttern unsere Identität, sie versichern uns unserer Existenz.
Die wechselnden Orte, die Physikalität des Filmmaterials, die auf sich selbst verweisenden Formen von Entenhals, Straßenlampe und Elefantenrüssel, deuten auf eine einfache Tatsache hin:
Identität ist Patchwork und immer gekoppelt an jeweils gegebene gesellschaftliche Bedingungen. Durch diesen fortwährenden Dialog behält die Frage, “Wer bin ich?”, ein Leben lang ihre Gültigkeit.

Max Eulitz

[1] Svetlana Boym, The Future of Nostalgia, New York 2001