Shannon Bool: House of Oblivion @ Kunstverein Braunschweig

Pictures by Stefan Stark

House of Oblivion im Kunstverein Braunschweig ist die bislang umfangreichste Ausstellung von Shannon Bool überhaupt. Bool untersucht die Bedeutung des Blicks. Dabei verfolgt sie eine vielgestaltige künstlerische Praxis, die Teppiche, Fotogramme, Skulpturen, Installationen und Malerei umfasst. Sie kombiniert Medien der bildenden Kunst mit Techniken und Materialien, die einen handwerklichen Gestus in sich tragen: Aufwändig gewebte, großformatige Wandteppiche sowie Siebdrucke bestickt sie nachträglich, um Details hervorzuheben oder aber eine zusätzliche Bildebene zu entwickeln.
Dabei verknüpft Shannon Bool in ihren Projekten feinste Ausarbeitungen auf formaler Ebene mit scharfsinnigen Recherchen, die um gesellschaftliche, kunsthistorische oder architektonische Phänomene kreisen. Mit House of Oblivion nähert sich Shannon Bool dem Unbewussten an, das sich – inspiriert von der Psychoanalyse – wie ein roter Faden durch ihre Ausstellung zieht. In Untersuchungen zu Carlo Mollino, Mies van der Rohe, Le Corbusier und Stock-Fotos von Pferden, die mit Architekturmotiven verschmelzen, setzt sie sich mit der Moderne und den mit ihr assoziierten Lesarten auseinander. Shannon Bool kämmt (Kunst-)Geschichte gegen den Strich und befragt tief eingeschliffene Wahrnehmungsgewohnheiten.

Shannon Bool (*1972 in Comox, British Columbia, lebt in Berlin) studierte an der Städelschule Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt. Der Kunstverein Bonn (2012), die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen (2010) und das Centre Rhénan d’Art Contemporain Alsace, Altkirch, France (2010) widmeten ihr erste Einzelausstellungen. Ihre Arbeiten sind u.a. in den Sammlungen des Metropolitan Museum New York und des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt vertreten.

Die Ausstellung von Shannon Bool wurde vom Museé d’art Joliette in Québec, Kanada, initiiert und ist eine Kooperation zwischen dem Museé d’art Joliette (2018), dem Centre Culturel Canadien in Paris (2019), der Agnes Etherington Art Centre, Kingston, Kanada (2020), und dem Kunstverein Braunschweig. Zur Ausstellung ist ein Katalog mit Beiträgen erschienen.

www.kunstvereinbraunschweig.de