Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe #2 – Jan Zöller

Jan Zöller hat an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Leni Hoffmann studiert und arbeitet nun als freischaffender Künstler. Dieses Jahr wurde er für den 24. Bundespreis für Kunststudierende der Bundeskunsthalle nominiert. Seine Werke waren bereits in Deutschland, Belgien und Frankreich in diversen Gruppenausstellungen zu sehen und wurden dabei unter anderem mit Werken Henning Strassburger und Martin Kähler gezeigt. Die Karlsruher Galerie Meyer-Riegger und die Galerie Robert Grunenberg in Berlin vertreten den jungen Künstler. 

Wie bist du zur Kunst gekommen? 

Meine Mutter hat früher selbst auch viel gemalt und hatte ein Atelier, da war ich oft und hab ihr manchmal geholfen, zum Beispiel beim Mischen der Farben. Einmal wollte ich dann einen großen Picasso Katalog aus dem Regal ziehen, der ist mir dann auf den Kopf gefallen – naja, und dann war ich eigentlich auch selbst schon fast ein Künstler.

Was fasziniert dich? 

Mich fasziniert was man an einem Tag so alles machen kann. Neue Musik finden, Bilder malen, durch den Wald laufen und noch ein Bild malen. Und was mich auch fasziniert ist, dass die Zeit manchmal so schnell rumgeht und manchmal so langsam.

Wovor hast du Angst?

Ich denke davor, dass meine besten Freunde und meine Familie meine Kunst nicht mehr gut finden.

Das verstehe ich gut, die Meinung der Menschen die wir schätzen, ist meist die einzig wichtige Meinung. Wie ist deine Edition für KubaParis entstanden? Und was hat es mit der Pizzeria auf sich?

Ich wurde gefragt, ob ich Lust und Zeit hätte eine Edition zu machen und da ich überdies eine Edition im Dezember geplant hatte, passte es ganz gut. So eine Edition ist ja auch ein prima Weihnachtsgeschenk. Ich finde das Format gut, denn es ermöglicht den Leuten, die finanziell nicht so gut gestellt aber Lust und Interesse für meine Arbeiten hegen, sich diese zu leisten.

Das Originalbild aus dem die Edition entstanden ist, ist ein etwa 125 x 165 cm großes Gemälde. Ich denke das Bild ist eines der Wichtigsten aus der letzten Zeit. Anfänglich gefiel mir die Arbeit nicht so gut, denn sie zeigte lediglich einen Tiger und einen Brunnen. Daraufhin habe ich es mit Gelb übermalt und wollte eigentlich nach Hause gehen. Und dann habe ich den Text drauf geschrieben. Das hat sich ziemlich gut angefühlt. Es war eine ehrliche Geste und geschah in einem Frustrationsmoment, in dem ich eigentlich genervt war vom Malen. 

Und die Pizzeria: ja, ich habe mir tatsächlich vorgenommen, wenn ich bis ich 35 Jahre alt bin nicht einigermaßen von der Kunst leben kann, dann eröffne ich eine Pizzeria. Beim Pizza backen verspüre ich ähnlich viel Leidenschaft wie bei der Kunst. Wenn es dann einmal soweit sein sollte könnt ihr ja einen Artikel über die Pizzeria schreiben.☺ Einen Namen hätte schon: Pizzeria Amore.

KubaParis Edition Jan Zöller

An was arbeitest du derzeit?

Aktuell arbeite ich an neuen Werken für die Art Karlsruhe im Februar 2019, dort werde ich zusammen mit Miriam Cahn eine „one artist show“ am Stand der Galerie Meyer-Riegger ausstellen. Außerdem fertige ich derzeit Arbeiten für eine Gruppenausstellung mit meinen guten Freunden aus Brüssel, die ebenfalls im Februar in Toulouse stattfinden wird.

Bisher habe ich tatsächlich fast immer mit Freunden ausgestellt und dass klappte bisher ziemlich gut und bereitet mir immer viel Freude. Die letzte Ausstellung mit „fremden“ Künstlern war glaube ich unsere Meisterschülerausstellung und die war ehrlich gesagt fürchterlich… Ich denke es kommt immer ganz darauf an, wie man in einer Ausstellung miteinander umgeht, wenn man sich nicht kennt. Manchmal funktioniert es besser – manchmal schlechter. Das kann man zuvor nicht wissen. Deshalb bleibt es immer spannend.

Welche Rolle spielt für dich Humor?

Ich denke für Leute ohne Humor ist es sicherlich schwieriger meine Arbeit zu verstehen. Ich finde es schön, wenn man auch ab und zu mal lachen kann. Vor allem in der Kunstwelt, da nehmen sich viele doch sowieso viel zu ernst. Aber nur lustig sollte es auch nicht sein, das ist ja klar. Manchmal nimmt einem der Humor auch ein wenig die Angst. 

Ich denke auch, dass Humor und Angst, in einem sehr vielschichtigen Verhältnis zu einander stehen und es manchmal wichtig ist, sich nicht zu ernst zu nehmen. 

Ich danke dir für deine Zeit Jan. 

Interview Luisa Schlotterbeck
Pictures Neven Allgeier

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