Selina Hammer

DOLL'S MILK

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„DOLL’S MILK“ beschäftigt sich mit dem Abjekt-Status parasitärer Körper und Systeme. Die „DOLL“ beherbergt, verbindet sich und wird von Schmuckparasiten angegriffen, die einander nachahmen und sich darin verbeißen. Es verstecken sich Imitationen des Großen im Kleinen, blitzen silbern-glitzernd auf, verdichten sich und fließen ineinander ein. Die glitzernden Verschnörkelungen des Metalls und die zu Schleifen gelegten medizinischen Schläuche bauen auf eine sterile, jedoch verführerische Atmosphäre. Geht man auf die Verführung ein, enthüllen sich die organischen Formen und die eingesetzten Injektionsnadeln der Schmuckparasiten. Diese operieren als ekelerregende Miniatur einer Bedrohlichkeit. Die Silikonschläuche reagieren auf die Bisse der Injektionsnadeln. Es scheint gleichzeitig dickflüssiges Gift bzw. Mutter- oder Wundmilch ein- und auszutreten. Einer der signalroten Porzellanhaken hat sich gelöst und hinterlässt ebenfalls eine dickflüssige Spur. Silberne Schlingen winden sich um den Haken, zwingen die Schläuche in ähnliche Windungen, lesen so den losen Haken auf und führen es in die Masse zurück. Eine klare Abgrenzung des Körpers der „DOLL“ – seinen Anfang und Ende –, sowie die Punkte, an denen er sich untrennbar mit anderen Objekten vernetzt und transformiert, bleibt unklar. „DOLL’S MILK“ agiert als Momentaufnahme eines dynamischen, stets umwandelnden Systems; es atmet aus, faltet sich um und fragt sich nach den wässrigen Grenzen der eigenen monströsen Leiblichkeit. Selina Hammers Praxis basiert auf Objekt-bildhauerischen Arbeiten. Diese untersuchen heteronormative Bilder aus Märchen, Folklore, Mythologie und Fantastik, um anhand eines Spannungsfeldes zwischen Kitsch, Fetisch, klinischer Fragilität und Ekel, Wesen zu schaffen. "DOLL'S MILK" deals with the abject status of parasitic bodies and systems. The "DOLL" hosts, intermeshes with, and is attacked by parasitic jewelry that imitates, mimics, and bites into it. Imitations of grandeur are hidden within the small, glimmering silver, thicken and flowing into one another. The glittering embellishments of metal and the twisted medical tubes create a sterile yet seductive atmosphere. Yielding to the seduction, organic forms are revealed. These operate as repulsive miniatures of danger. The silicone tubes react to the stings of the injection needles, simultaneously appearing to exude and intake viscous poison or maternal, wound-like milk. One of the signal-red porcelain hooks has come loose, leaving a viscous trail. Silver loops wind around the hook, forcing the tubes into similar spirals, thus collecting the loosened hook and re-incorporating it back into the mass. A clear demarcation of the "DOLL‘S" body remains unclear - its beginning and its end -, as well as the points where it inseparably connects with other objects and transforms within them. "DOLL'S MILK" operates as a snapshot of a dynamic, ever-transforming system; it breathes out, enfolds, and ponders the watery boundaries of its own monstrous corporeality. Selina Hammer’s practice is based on object-sculptural works. Inquiring into heteronormative images stemming from fairy tales, folklore, mythology, and fantasy the artist create entities through a tension between kitsch, fetish, clinical fragility, and disgust.
Selina Hammer

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