Steffani Jemison

Augur

Project Info

  • Location: Westfälischer Kunstverein
  • Curator: Theresa Roessler
  • Artist: Steffani Jemison
  • Text: Theresa Roessler
  • Photographer: Thorsten Arendt

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Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Same Time), 2025, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Same Time), 2025, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Same Time), 2025, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Same Time), 2025, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Same Time, 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Same Time, 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Same Time, 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Same Time, 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Black Utopia (Roots), 2017/2022, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Annet Gelink (Amsterdam) and Greene Naftali (New York), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Black Utopia (Roots), 2017/2022, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Annet Gelink (Amsterdam) and Greene Naftali (New York), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Abode), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Abode), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Broken Fall), 2008, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Annet Gelink (Amsterdam) and Greene Naftali (New York), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Broken Fall), 2008, Courtesy the artist and Consonni Radziszewski (Lisbon, Milan, Warsaw), Annet Gelink (Amsterdam) and Greene Naftali (New York), Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Untitled (Way in the middle of the air), 2026, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Steffani Jemison, Augur, 2026, Installation view, Westfälischer Kunstverein, Photo: Thorsten Arendt
Ein Sprung – und die Leere. Ein Augur stellt sich die Zukunft vor und findet Inspiration in den unvorhersehbaren Gesten des Fliegens. In Steffani Jemisons raumgreifender Ausstellung verbinden sich Zustände des Aushaltens und Entkommens zu einer dichten Installation aus Klang, Skulptur, Zeichnung und Video. Die Idee, sich unter Bedingungen der Einschränkung zu bewegen, prägt die Praxis der Künstlerin Steffani Jemison maßgeblich. „Fugitivity“ (Dt.: Flüchtigkeit/Entzug) [1] ist ein wiederkehrendes Anliegen in ihrer visuellen und textuellen Arbeit, in der Flucht nicht als physisches Entkommen erscheint, sondern als ein sich verändernder Zustand von Sprache, Körper und Denken. „[W]as es bedeutet zu fliehen und was es bedeutet zu bleiben, ist untrennbar damit verbunden, was es bedeutet zu kämpfen.“ [2] Ausgangspunkt für ihre Einzelausstellung in Münster ist die „Sprache der Vögel“ (Engl. language of the birds) – ein Konzept, das sich in spirituellen, mystischen und literarischen Traditionen wiederfindet und eine göttliche und vollkommene Sprache beschreibt, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Was als symbolische Figur beginnt, entfaltet sich nach und nach als Methode – eine Art des Lauschens auf Bedeutungen und Gesten, die flüchtig bleiben. Der Titel der Ausstellung verweist beispielsweise auf die antike Praxis, Bedeutungen aus den Rufen und Flugbahnen von Vögeln zu deuten – Formen der Interpretation, die auf Opazität (Undurchsichtigkeit) und Zeichen beruhen, die sich der (menschlichen) Lesbarkeit entziehen. In Resonanz mit Steven Felds Forschungen zu Vogelgesang, Stimme und Ritual hinterfragt die Künstlerin Klang als eine Form des Wissens und des Bewohnens der Welt. Vogelrufe erscheinen dabei nicht einfach als natürliche Signale, sondern als akustische Formen, die menschliche Stimmen widerspiegeln. [3] Diese Aufmerksamkeit für Kommunikations- und Bewegungsmuster ist eng mit der Auseinandersetzung der Künstlerin mit defensiver Architektur (Engl.: hostile architecture) verknüpft. Durch die Umkehrung von Abschreckungs- und Kontrollmechanismen – wie Vogelabwehrspikes oder vogelvertreibenden Vorrichtungen – deutet ihre Arbeit Instrumente des Ausschlusses zu Werkzeugen der Navigation um. Das, was als Last getragen und empfunden wird, löst sich nicht auf, darf aber vielleicht Raum anders bewohnen und nutzen. Als choreografische Struktur konzipiert, spiegelt die Ausstellung diese Dynamik wider und schlägt eine räumliche Anordnung vor, die Mobilität gleichermaßen einschränkt wie einfordert. „Augur“ ist Steffani Jemisons erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Sie wird von einem umfassenden öffentlichen Veranstaltungsprogramm mit Workshops, Lesungen und Screenings begleitet. Die Ausstellung markiert das zweite Projekt im Rahmen des einjährigen Forschungs-, Ausstellungs- und Diskursprogramms des Westfälischen Kunstvereins mit dem Titel „The Puzzle’s Pulled Apart“. [1] Der Begriff ‚Fugitivity‘ (Engl. fugitive = flüchtig, entflohen) beschreibt in den Black Studies nicht nur die historische Flucht vor der Sklaverei, sondern eine fortlaufende, alltägliche und politische Praxis des Widersetzens. Er verweist auf das bewusste Entziehen aus systemischen Zwängen und das Schaffen alternativer Räume des Lebens und Imaginierens außerhalb staatlicher oder institutioneller Kontrolle. [2] Fred Moten, Interview von Emmanuel Olunkwa, November Magazine, November 2025 https://www.novembermag.com/content/fred-moten/ [abgerufen am 14. Mai 2026]. [3] Vgl. Steven Feld, Sound and Sentiment: Birds, Weeping, Poetics, and Song in Kaluli Expression, 3. Aufl. (Durham, NC: Duke University Press, 2012).
Theresa Roessler

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