Submission
Group Show

What Was the Connoisseur?

Norbert Bayer Marlene Zoë Burz Manuel Kirsch Linda Kuhn Alexander Lieck Anne Neukamp Renaud Regnery Anna Steinert Björn Streeck Alexander Wagner


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Manuel Kirsch »Der Antikörper« 2020 Pastellkreide, Kohle auf Papier 135 x 189 cm & Renaud Regnery »Deva #2« 2020 Grafit und Ölfarbe auf Tapete auf Leinwand 200 x 100 cm
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Norbert Bayer »Think different.« 2004 Ministeck 97,5 x 84,5 cm
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Alexander Wagner »o.T.« 2015 Gouache, Acryl- und Dispersionsfarbe auf Baumwolle 220 x 150 cm
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Linda Kuhn »NOTHING« (from the series »with no frilly crap«) 2020 Acrylfarbe auf Folie auf Keilrahmen 40 x 60 cm
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Linda Kuhn »NOTHING« »heart« »I love you in purple« »Let’s celebrate in the middle« (from the series »with no frilly crap«) 2020 Acrylfarbe auf Folie auf Keilrahmen 40 x 60 cm
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Björn Streeck »Live Caricature Artist, pink« 2019/ 2020 Acrylfarbe auf Pergamin, Celluloseleim Maße variabel
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Anne Neukamp »Plateau« 2012 Ölfarbe, Eitempera auf Leinwand 200 x 150 cm & Alexander Lieck Untitled 2018 Ölfarbe, Papier auf Leinwand 134 x 90 cm & Marlene Burz »Os 1« 2020 Lack, Gouache auf Papier 200 x 150 cm
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Norbert Bayer »Tetris Advanced« 2000 Ministeck 4-teilige Serie, jeweils 60 x 66 cm & Anna Steinert »Neonversteck« 2019 Ölfarbe auf Leinwand 90 x 85 cm

Die Beschäftigung mit den Ansprüchen und Erwartungen an die Kunst und die Künstler*innen wirft folgende Fragen auf: Welche Expertise ist bei der Betrachtung von Kunst überhaupt noch von Nöten? Welche als vermeintlich wissenschaftlich verbreiteten Erklärungen von Künstler*innen können als hohle Phrasen entlarvt werden? Was bleibt von einer Autorität von Expert*innen, wenn sie sich letztendlich doch nur auf Intuition stützt und sich heraus nimmt, den feinen Unterschied nach Lust und Laune jede Sekunde neu zu verhandeln? Gibt es überhaupt Unterschiede zwischen bedeutungsschwangeren Gesichtspunkten und modischen Gesten?

«The hipster moment did not produce artists, but tattoo artists.» 2010 erschien der paradigmatische Text «What Was the Hipster» von Mark Greif, der für ein Symposium in New York entstand und aus dessen im New York Magazine erschienenen Version die Zitate dieses Textes entnommen sind. Nach einer Dekade gelebten Distinktionsgewinns stellt sich im Jahre 2020 nun die Frage, ob die künstlerische Ästhetik des letzten Jahrzehnts nicht einfach nur in einen neuen Formalismus abgeglitten ist, um die immer schneller werdenden Verwertungszyklen der Hipness zu bedienen. «It did not produce photographers, but snapshot and party photographers.» Was ist Substanz und was Dekor? «It did not produce painters, but graphic designers.» Wie haben die internationalen Einflüsse aus Berlin heraus und nach Berlin hinein die Kunst verändert? «Hipsterism did not make an avant-garde; it made communities of early adopters.»

Diese Fragen greifen dabei auf Diskurse aus dem 18. Jahrhundert zurück. In der Zeit vor den mittlerweile kanonischen Kriterien der Kunstkritik war lediglich reine Kennerschaft gefragt – Annahme oder Ablehnung waren als einzunehmende Haltungsmodi gefordert. Kunstaffine hielten oft noch an vermeintlich vermittelbaren Geschmackskonventionen fest, die sich bis heute endgültig aufgelöst und verflüchtigt haben. Damals versuchten die Kenner noch, lieber für abgesicherte Meister zu optieren, anstatt innovative zeitgenössische Künstler zu fördern, wofür sie von den Verschmähten als «Connoisseurs» verachtet wurden. Anders betrachtet sieht man in diesen Angriffen allerdings eher einen Anti-Intellektualismus und einen erstarkenden Nationalismus am Werk.

Gibt es Analogien zwischen damals und heute? Generationenübergreifend präsentieren sich die jeweiligen Positionen und Erfahrungen im künstlerischen Feld und geben gleichzeitig auch einen neuen Blick auf die Serpentinen der aktuellen Kunstkritik frei.