Melike Kara

landing softly

Project Info

  • 💙 Neue Galerie Gladbeck
  • 💚 Luisa Schlotterbeck
  • đŸ–€ Melike Kara
  • 💜 Tomke Braun
  • 💛 Jana Buch

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Melike Kara, Khorjan (afshar), Yomus (zard), 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Khorjan (afshar), Yomus (zard), 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Solo Exhibition
Melike Kara, Sofresh, landing softly, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Sofresh, landing softly, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Sofresh, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 220 cm, 2022, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Sofresh, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 220 cm, 2022, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Yomud (zard), 2022, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 220 cm, Foto: Jana Buch courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Yomud (zard), 2022, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 220 cm, Foto: Jana Buch courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Kordi afshar, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 180 cm, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Kordi afshar, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 180 cm, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, Ausstellungsansicht, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, Ausstellungsansicht, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Kordi afshar, Detail, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 180 cm, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Kordi afshar, Detail, oil stick and acrylic on canvas, 200 x 180 cm, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Kordi afshar, 2022, oil stick and acrylic on canvas,200 x 180 cm, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Kordi afshar, 2022, oil stick and acrylic on canvas,200 x 180 cm, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, Bodeninstallation, 2022, dyed fabric panels, 90 pieces, different sizes, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, Bodeninstallation, 2022, dyed fabric panels, 90 pieces, different sizes, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, 2022, Detailaufnahme, dyed fabric panels, 90 pieces, different sizes, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, 2022, Detailaufnahme, dyed fabric panels, 90 pieces, different sizes, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, Installation, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, landing softly, Installation, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Ladik, 2022, Detailaufnahme, dimensions variable, sugar, colored sugar, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Ladik, 2022, Detailaufnahme, dimensions variable, sugar, colored sugar, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Ladik, 2022, Detail Lesesaal, dimensions variable, sugar, colored sugar, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Ladik, 2022, Detail Lesesaal, dimensions variable, sugar, colored sugar, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Ladik, Detail der Bodeninstallation, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara, Ladik, Detail der Bodeninstallation, 2022, Neue Galerie Gladbeck, Foto: Jana Buch, courtesy of the artist and Neue Galerie Gladbeck
Melike Kara arbeitet in ihrer kĂŒnstlerischen Praxis mit Malerei und Installation, fĂŒr die sie Symbole, ErzĂ€hlungen und Handwerkstechniken der kurdisch-alevitischen Kultur aufgreift. GeprĂ€gt von ihrer eigenen Familiengeschichte, bezieht sich Kara in „landing softly“ auf die Weitergabe von kulturellen Traditionen. Mit ihren Werken fragt sie nach der Bedeutung von Erinnerungen fĂŒr unser Dasein und wie sich die Vergangenheit in der Gegenwart fortschreibt. Die bewegte und von Migrationsbewegungen geprĂ€gte Geschichte der Kurd:innen, wird ĂŒberwiegend mĂŒndlich ĂŒberliefert, zeigt sich aber auch in der Weitergabe kultureller Traditionen und in der Bewahrung ritueller StĂ€tten. Aufgrund der schwierigen staatenlosen Stellung in den von der ethnischen Gruppierung bewohnten Gebieten in der TĂŒrkei, in Syrien, im Iran und Irak, fehlt es bis heute an institutionellen Archiven und Erinnerungssorten. ErgĂ€nzend zu der oralen Überlieferungskultur schafft Kara einen visuellen Zugang zu Sitten und BrĂ€uchen, die teilweise bereits im Verschwinden begriffen sind. Sie nimmt mit ihrer kĂŒnstlerischen Praxis den Platz einer Chronistin ein, die mit ihrem subjektiven Blick dem kulturellen Erben ihrer Ahnen eine neue Gestalt verleiht. Eine der reichsten und vielfĂ€ltigsten Traditionen, in der sich die wechselvolle Geschichte der Kurd:innen ohne Gleichen widerspiegelt, ist die Herstellung von Teppichen. Die Weber:innen adaptieren bekannte Muster, kombinieren sie neu oder verĂ€ndern sie entsprechend ihrer georgraphischen NĂ€he zu anderen StĂ€mmen, ihres persönlichen Ă€sthetischen Empfindens oder der materiellen Gegebenheiten. Dieser fließende und fortwĂ€hrende Gestaltungsprozess bringt eine große Vielfalt von Motiven hervor, die ein einzigartiges materielles Erbe der kurdischen Geschichte bilden. Es ist die Freiheit der Weiterentwicklung, die auch Kara fĂŒr sich beansprucht, wenn sie die geometrischen und ornamentalen Muster kurdischer Teppichmotive aufgreift und in ihren Malereien und Installationen einfließen lĂ€sst. Kara hat einen unverkennbaren Malstil entwickelt, bei dem sie Ölstifte verwendet und mit der dadurch sichtbaren LinienfĂŒhrung arbeitet. Sie konzentriert sich stets auf wenige Farben pro Bild, eine Limitierung, die die FlĂ€chigkeit ihrer Malereien unterstreicht. FĂŒr „Khorjan (afshar)“ (2022) grundiert sie die Leinwand in Silber und fĂŒgt Rottöne sowie Schattierungen von Grau und Weiß hinzu. Mit schneller Hand aufgetragene Linien bĂŒndeln sich und bilden die zunĂ€chst abstrakt erscheinenden Muster. Trotz ihres referentiellen Ursprungs – die Titel der Malereien verweisen auf die Regionen, aus denen die zugrundeliegenden Teppichornamente stammen – bleiben die entstehenden Strukturen vieldeutig und öffnen einen großen Interpretationsraum. Kara unterwandert in ihrer kĂŒnstlerischen Praxis leichtfĂŒĂŸig Gattungsgrenzen und Klassifizierungen. In ihrer Ausstellung verbindet sie die einzelnen Werke zu einer den Raum einnehmenden Installation und fĂŒgt sowohl Aspekte der kurdischen Traditionen als auch autobiografische Elemente in ihrer kĂŒnstlerischen Farb- und Formensprache mit ein. Wie um die AutoritĂ€t ihrer Malereien zu brechen, kombinierte Kara ihre Bilder in der Vergangenheit bereits mit fotografischen Collagen als Hintergrund, mit gehĂ€kelten Rahmen oder wie nun in der Neuen Galerie Gladbeck mit in Farbe getrĂ€nkten Stoffbahnen. Kara erweitert ihre Malerei aus der Begrenzung des Bildrahmens in den Raum und kontextualisiert sie mit einer kurdischen Kulturgeschichte. Die Installationen von Kara wecken hĂ€ufig den Eindruck einer rituellen StĂ€tte, mit der die KĂŒnstlerin in die institutionellen RĂ€ume der Kunst interveniert. In der Ausstellung „landing softly“ bespielt Kara den Boden der Neuen Galerie und wischt mit Pigmenten eingefĂ€rbten Zucker zu Symbolen und Fragmenten, die ein ebenfalls auf den Teppichornamenten basierendes Muster ergeben. Indem sie diese rituell anmutende Ebene hinzuzieht, entwickelt Kara einen persönlichen und emotionalen Zugang zu der kurdischen Geschichte. Kara schafft dabei einzigartige RĂ€ume, die Ausstellung und Erinnerungsort zugleich sind und auf eindrĂŒckliche Art und Weise dazu einladen, den Fragmenten von Traditionen nachzuspĂŒren.
Tomke Braun

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